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Die Männer der Emden

Der TV-Film "Die Männer der Emden" zeigt ein wahres Drama aus dem Ersten Weltkrieg.
- Foto: © Hardy Brackmann / ARD Degeto

18.4., Das Erste, 20.15 Uhr

"Die Männer der Emden"

Es ist die Geschichte einer Odyssee, die in der Südsee beginnt und in Berlin endet. Ein Husarenstück, angeführt von dem Marineoffizier Hellmuth von Mücke (Sebastian Blomberg), der sich immer neue Finten einfallen lässt, um seine gestrandeten Matrosen über das Meer und durch die Wüste Richtung Heimat zu führen.

Man schreibt das Jahr 1914, Deutschland führt Krieg, die "SMS Emden", Stolz der kaiserlichen Marine, kreuzt im Indischen Ozean, um dort Handels- und Kriegsschiffe aufzubringen. Als ein Trupp Matrosen an Land geht, um eine Telegrafenstation der Engländer zu zerstören, beobachten die Männer, wie ein australischer Kreuzer die "Emden" unter Beschuss nimmt. Ihr Schiff sinkt, sie sind sich selbst überlassen. Und haben nur zwei Optionen: aufzugeben und in Gefangenschaft zu geraten – oder sich in die Heimat durchzuschlagen.


Männer der Emden
- Foto © Hardy Brackmann / ARD DEGETO

Alle Zutaten einer Heldensage

Die Männer kapern einen maroden Schoner und suchen zunächst den Weg über das Meer. Was auf dieser Passage geschieht, hat alle Zutaten einer Heldensage. Ein junger Soldat erkrankt an Typhus, das Wasser wird knapp, ein Führungsoffizier entpuppt sich als feiger Egoist – und der junge Offizier Karl Overbeck (Ken Duken) verzehrt sich in Sehnsucht nach seiner Verlobten Maria von Plettenberg (Felicitas Woll), die mit ihrer Familie ebenfalls auf der Flucht ist, um die deutsch besetzte Hafenstadt Tsingtau im Osten Chinas zu erreichen.

Hurrapatriotismus und Standesdünkel, Offiziersehre und exotische Folklore: viele Zutaten, die Regisseur Berengar Pfahl vor historischem Hintergrund zu einem Gesamtwerk komponieren will. Die packendsten Szenen gelingen ihm, wenn die gestrandeten Matrosen feststellen, dass sie nur durch die Wüste vorankommen – ständig bedroht von aufständischen Arabern. Begleitet wird die Truppe von der jungen Türkin Selima Bey (Sibel Kekilli), die sich als Dolmetscherin zur Verfügung stellt. Längst hat sich gezeigt, was durch die Hierarchie nur notdürftig getarnt wurde: Unter den Offizieren sind nicht die edelsten Charaktere, dafür wächst der eine oder andere gemeine Matrose über sich selbst hinaus.

Ein Mix aus Abenteuer und Liebesgeschichte

Eine der spannendsten Szenen zeigt einen Beduinenüberfall, den die Männer nur überleben, weil einer den Ausbruch wagt, um Hilfe zu holen. Es gelingt: Den Rest des Weges bewältigen die Wüstenmatrosen unter Geleitschutz. Was Berengar Pfahl in Sri Lanka, Malta, Tunesien, Griechenland und Rügen in Szenegesetzt hat, ist ein Mix aus Abenteuern zur See und in der Wüste, gewürzt mit reichlich Karl-May-Romantik und einer fiktiven Liebesgeschichte. Verwirrend erscheinen dabei die Sprünge zwischen den zahlreichen Schauplätzen der Handlung: von den Cocos-Inseln über Tsingtau, von Heiligenblut in Ostpreußen, wohin sich die Plettenbergs flüchten, bis nach Rügen und Berlin.

Aufgesetzt wirken die Szenen, in denen die Matrosen durch das Absingen von Landserliedern ("Das Wirtshaus an der Lahn") ihre Kameradschaft beschwören. Und als Karl Overbeck für den im Wüstensand gefallenen Friedrich von Schulau (Jan Henrik Stahlberg) gar ein Vaterunser spricht, schlägt die angepeilte Gefühligkeit um in schlimmsten Kitsch. Bleibt immerhin die logistische Meisterleistung. 1400 Kostüme wurden in 108 tropenfesten Kisten verfrachtet, 65 Kamele mit historischem Rüstzeug ausgestattet, das Segelschiff "Raja Laut" im Taifun von Thailand nach Sri Lanka überführt. So erlebten auch Produzenten und Schauspieler ihre Abenteuer.

Autor: Angela Meyer-Barg