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Krisen-Show DSDS von RTL

Krisen-Show "DSDS": Statt 38,2 % der Jungen sehen derzeit nur noch 21,3 % zu. - Foto: © picture alliance / Eventpress Monika Sandel

Neue Digitalsender

Die Krise der Privatsender

RTL verliert dramatisch Publikum, ZDF und ARD punkten mit Qualität. Wie wollen die Privatsender aus der Krise? Ihre Pläne & Strategien.

Trash-TV

Die Wunderwaffe im Sommerloch heißt bei RTL Conchita Wurst. Sie haben den Namen noch nie gehört? Das könnte sich bald ändern – vorausgesetzt, Sie stehen auf sogenanntes Trash-TV, also "Fernsehmüll".

Conchita Wurst
Travestiekünstler Conchita Wurst - Foto: © dpa

Ab dem 10. Juli wird der Travestiekünstler Conchita Wurst, ein Mann mit Bart in Frauenkleidern, gemeinsam mit einigen Ex-"Topmodel"-Kandidatinnen und Ex-"Big Brother"- Bewohnerinnen sowie mehreren Ex-"Dschungelcamp"-Teilnehmerinnen für die achtteilige Reality-Doku "Wild Girls – Auf High Heels durch Afrika" in Stöckelschuhen durch Namibia staksen – und am Ende vielleicht die RTL-Trophäe gewinnen, den "Goldenen High Heel".

Quoten & Niveau: im freien Fall

Niveauloser Schrott? Tiefer kann man als Sender nicht sinken? Leider doch! Neben "Wild Girls" starten noch zwei weitere Trashformate: Bei "Celebrity Big Brother" will Sat.1 Pseudoprominente im "Big Brother"-Container einsperren, für "Yellow Press" lässt der Schwestersender ProSieben Lieblinge der Boulevardblättchen auf Schritt und Tritt von Kameras verfolgen – beispielsweise Altstars wie Lothar Matthäus, der sich 2012 mit seiner Dokusoap "Lothar – Immer am Ball" bereits ein eindrucksvolles Eigentor leistete.

Warum setzen mit ProSieben, Sat.1 und RTL gleich drei Privatsender auf Schwachsinnsformate, die alle bisherigen Tiefpunkte im Programm toppen? Und das zur Hauptsendezeit? Des Rätsels Lösung: Weil die Einschaltquoten der Privatsender stärker bröckeln als je zuvor.

Trashformate wie "Wild Girls", "Celebrity Big Brother" und "Yellow Press" sollen das verlorene Publikum nun wieder zurücklocken. Schließlich geht es um Millionen von Zuschauern.

Sinkende Zuschauerzahlen bei RTL

Beispiel RTL: Derzeit wundern sich die Programmchefs des Kölner Kanals darüber, dass selbst die Quoten von jahrelang erfolgreichen Showreihen wie "Deutschland sucht den Superstar", "Lets Dance" und "Das Supertalent" immer schlechter werden. Noch steckt RTL nicht in einer tiefen Krise, aber der Sender findet kein Rezept gegen den rapiden Abwärtstrend.

Wer wird Millionär
Quotentief auch bei "Wer wird Millionär?" - Foto: © dpa

Seriennachschub wie "Transporter", "Ballermann" und "IK1" scheiterten. "Wer wird Millionär?" verliert konstant Fans – sowohl bei der normalen wie auch bei der Promi-Ausgabe. Selbst für günstig produzierte Pseudo-Dokusoaps wie "Mitten im Leben", "Verdachtsfälle" oder "Familien im Brennpunkt" geht’s nur noch bergab.

Auch die absoluten Zuschauerzahlen spiegeln die gravierenden Verluste wider: RTL erzielte 2013 bislang 11,3 Prozent Marktanteil, 2011 waren es noch 14,1 Prozent. Im Mai ging es noch einmal tüchtig nach unten: Nur noch 13,9 Prozent Marktanteil bei den jungen Zuschauern (14 bis 49) – der schlechteste Wert, den der Sender in den vergangenen 20 Jahren verbuchte.

Und das, obwohl es keine generelle Fernsehflucht gibt. Die Zahl der Gesamtzuschauer blieb im Vergleich zu den Vorjahren stabil: 2012 sah jeder Deutsche im Schnitt täglich 225 Minuten fern, 2013 waren es bisher 222 Minuten.

RTL versucht nun mit einem Trick, die Zahlen kosmetisch zu verschönern: Um bei den Quoten besser dazustehen, definierte man die vor vielen Jahren künstlich geschaffene "Zielgruppe" neu: Statt der bislang umworbenen 14- bis 49-Jährigen buhlt man jetzt um die 20- bis 59-Jährigen.

Und weil mit dem Sender auch sein Publikum immer älter wird, darf sogar Schlagerstar Andrea Berg bei "DSDS" auftreten – was junge Zuschauer auf Dauer wenig attraktiv finden dürften.

Auf der nächsten Seite: Quotentief wegen der wachsenden Zahl an Digitalsendern?

Autor: Mike Powelz