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Der verlorene Bruder

Ludwig (Charly Hübner), Elisabeth (Katharina Lorenz) und Max Blaschke
(Noah Kraus, M). Foto: © WDR/Martin Menke

Bewegendes Familiendrama

"Der verlorene Bruder"

"Der verlorene Bruder" (Mi., 9.12., 20.15 Uhr, Das Erste) - bewegendes Familiendrama um einen Sohn, der 1945 auf der Flucht verloren ging.

Deutschland 1960: Wirtschaftlich geht es Ludwig Blaschke (Charly Hübner) und Gattin Elisabeth (Katharina Lorenz) bestens, ihr Lebensmittelladen brummt im Takt des Wirtschaftswunders. Glücklich sind sie trotzdem nicht.

Elisabeth vermisst ihren Sohn Arnold, der 1945 im Säuglingsalter auf der Flucht aus den deutschen Ostgebieten verloren ging. Als sie von einem Waisenjungen erfährt, der aus ihrem Flüchtlingstreck stammt, will sie mit allen Mitteln beweisen, dass sie und Ludwig dessen Eltern sind. Gar nicht begeistert ist davon ihr 13-jähriger Sohn Max (Noah Kraus). Er steht ohnehin ständig im Schatten des abwesenden Bruders und tut alles dafür, dass dieser nicht zurückkommt.

Von seinen Versuchen und dem Trauma einer zerbrochenen Familie erzählt der Fernsehfilm "Der verlorene Bruder" von Regisseur Matti Geschonneck. Er basiert auf dem Roman "Der Verlorene" von Hans-Ulrich Treichel, den die Autorin Ruth Toma als Grundlage für das Drehbuch nahm. "Obwohl der Film ein ernstes Thema behandelt, besitzt er eine gewisse Leichtigkeit und Komik", sagt Katharina Lorenz, die die verzweifelte Mutter spielt. "Das liegt daran, dass die Geschichte aus der kindlichen Perspektive von Max erzählt wird. Allerdings durfte ich mich mit meiner Rolle nicht allzu sehr auf diese Leichtigkeit einlassen, denn Elisabeth hat ein schweres Gemüt und nur einen einzigen Gedanken: Sie will ihren Sohn zurück."

Wahn und Schuldgefühle

Vor dem Dreh führte Lorenz Gespräche mit ihrer Großmutter, die aus Ostpreußen floh und vier Söhne großzog. "Sie erzählte mir vom großen Schweigen ihrer Generation. Man wollte vergessen und nach vorn blicken, da lag eine große Depression über der Zeit", sagt die 36-Jährige. "Die Gespräche haben mir geholfen, mich dem Thema zu nähern. Aber für mich ging es im Film ja nicht so sehr um die Flucht, sondern um die Hartnäckigkeit, den Wahn, die Schuldgefühle dieser Frau. Das könnte sich in dieser Form zu jeder Zeit an jedem Ort der Welt ereignen."

In den vergangenen Jahren war Katharina Lorenz selten im Fernsehen zu sehen, da sie als Mitglied des Wiener Burgtheaters wenig Zeit hatte. Das soll sich ändern: "Ich möchte mehr fürs Fernsehen arbeiten. Mir gefällt, dass man sehr schnell sehr tief in einer Figur drin sein muss. Beim Theater erarbeitet man sich das über einen längeren Zeitraum. Das eine ist Sprint, das andere Marathon. Ich möchte gern beides haben."

Ihr bislang letzter großer Sprint ist bereits im Kasten. Anfang 2016 wird sie im Ersten in zwei Filmen als Ermittlerin Sara Stein zu sehen sein: eine jüdische Kommissarin aus Berlin, die auch in Israel recherchiert. Klingt spannend!

Autor: Sven Sakowitz