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Queen Elizabeth II.

Königin Elizabeth II (London, 29.02.2012). - Foto: © WDR/AFP/Eddie Mulholland

Die Queen kommt nach Deutschland

Der Queen-Besuch im TV

Vom 23. bis 26. Juni besucht Königin Elizabeth II. von England Deutschland. Die Höhepunkte ihrer Reise.

Sie liebt Traditionen und Jubiläen. Vor diesem Hintergrund ist es nur konsequent, dass Elizabeth II. von England (89) genau 50 Jahre nach ihrem ersten Besuch in Deutschland 1965 jetzt vom 23. bis 26. Juni für ein fünftes Gastspiel zurückkehrt.

Einer, der die Queen kennt wie kaum ein anderer, ist Monarchieexperte und TV-Journalist Rolf Seelmann-Eggebert (78). Er begleitet das englische Königshaus, seit er von 1978 bis 1982 ARD-Korrespondent in London war. Der NDR zeigt eine Dokumentation Seelmann-Eggeberts zum Besuch der Queen (siehe unten und TV-Tipps rechts). Exklusiv in HÖRZU gibt Seelmann-Eggebert einen Ausblick auf den Queen-Besuch in Deutschland.


Der Queen-Besuch im TV

So., 21.6.: "Willkommen, Majestät!", 22.45 Uhr, NDR

Di., 23.6.: "Die Queen in Deutschland", 18.50 Uhr, ARD
Di., 23.6.: "Die ewige Queen - Zum 60. Thronjubiläum der britischen Königin", 23.15 Uhr, WDR

Mi., 24.6.: "Die Queen in Deutschland", 10.05 Uhr, ARD

Mi., 24.6.: "ZDF spezial: Die Queen in Deutschland", 19.25 Uhr, ZDF

Do., 25.6.: "Die Queen in Deutschland", 11.40 und 18.10 Uhr, ARD

Fr., 26.6.: "Die Queen in Deutschland", 9.55 Uhr, ARD


Höchste Alarmstufe in Berlin

Seit Monaten laufen die Vorbereitungen für den hohen Besuch. Auf dem Programm stehen: Berlin, Frankfurt und die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen in Niedersachsen. Natürlich erfordert dies enorme Sicherheitsmaßnahmen. Seelmann-Eggebert, der die Reise live in der ARD begleiten wird, erklärt: "Die Verantwortlichen lassen sich nicht in die Karten schauen, sie geben keine Informationen zum Thema Sicherheit heraus. Auch wenn jeder weiß, dass die Queen immer im 'Hotel Adlon' residiert, würde dies nie von offizieller Seite bestätigt werden. Das sagt schon viel aus. Und natürlich herrscht höchste Alarmstufe während des Besuchs. Wobei dies noch viel dramatischer war, als man in den 60er- und 70er-Jahren noch Anschläge durch die irische Unabhängigkeitsbewegung IRA fürchten musste."

Trotz aller Vorsicht betont der britische Botschafter in Berlin, Sir Simon McDonald: "Das Programm ist so angelegt, dass möglichst viele Menschen Gelegenheit erhalten, die Königin zu sehen." Die Botschaft verloste sogar ein Treffen mit der Queen.

Für alle, die das Glück haben, Elizabeth II. persönlich zu treffen, hat Rolf Seelmann-Eggebert einen wichtigen Tipp: "Die Queen ist altmodisch, was solche Treffen angeht. Sie schaut gern in Gesichter und mag es nicht, wenn ihr nur Kameras und Handys entgegengehalten werden oder sie nur auf Rücken schauen muss, weil alle Anwesenden versuchen, ein Selfie zu schießen." Eine verständliche Haltung. Und es gibt noch etwas, dass die Queen ganz und gar nicht schätzt: "Sie möchte nicht, dass man ihr aus dem Wagen hilft", verrät Seelmann-Eggebert. "Da ist sie sehr stolz. Und wenn es nur darum geht, zu zeigen, dass sie es noch kann."

Die zwei Gesichter der Königin

"Überhaupt ist die Queen seit jeher sehr diszipliniert", so der Experte. "Ich erinnere mich gut an ihre früheren Auftritte. Damals strahlte die junge Königin stets großes Verantwortungsbewusstsein aus. Man merkte, wie groß die Verpflichtung war, die sie durch den recht frühen Tod ihres Vaters trug. Es war, als hätte sie zwei Gesichter: das offizielle für Staatstermine und eines, das sie zeigte, wenn sie etwa Blumen von Kindern bekam. Heute, als Großmutter und Urgroßmutter mit großer Lebenserfahrung, ist sie viel freier in ihrer Persönlichkeit."

Für Seelmann-Eggebert steht ihr Besuch unter einem gutem Stern: "Deutschland und der deutschen Bevölkerung steht die Queen seit jeher freundlich gegenüber. Das erklärt sich allein schon aus der Tatsache, dass sie gegen den Willen ihrer Eltern Prinz Philip (94) geheiratet hat, in dessen Adern deutsches Blut fließt. In den 50 Jahren seit ihrem ersten Besuch hat Deutschland sich allerdings massiv verändert, während die Königin sich weitgehend treu geblieben ist."

In Berlin sind ein Besuch bei Bundespräsident Joachim Gauck im Schloss Bellevue vorgesehen, eine Schifffahrt auf der Spree und ein Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Zudem werden die Queen und Prinz Philip die Technische Universität besuchen und an der Neuen Wache einen Kranz für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft niederlegen. In Frankfurt, das sie zum ersten Mal besucht, wird sie die Paulskirche besichtigen und mit Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier im Rathaus Römer zu Mittag essen.

Bemerkenswert findet Rolf Seelmann-Eggebert den letzten Programmpunkt des Besuchs am 26. Juni: "Die Queen selbst hat den Wunsch geäußert, die Gedenkstätte in Bergen-Belsen zu sehen. Das Konzentrationslager wurde am Ende des Zweiten Weltkriegs von britischen Truppen befreit. Dies ist sicher auch ein Grund dafür, dass Königin Elizabeth II. den Ort im ganz kleinen Kreis besuchen möchte." Eine letzte eindringliche Erfahrung, bevor sie dann vom Militärflughafen in Celle Deutschland wieder verlässt und zurück nach London fliegt.

Der letzte Besuch?

Es ist gut möglich, dass der fünfte auch der letzte Staatsbesuch der Königin in Deutschland ist – und einer der letzten überhaupt. In ihrem hohen Alter reist Elizabeth II. nur noch selten. Ende des Jahres steht nur noch eine Reise nach Malta zum Gipfeltreffen des Commonwealth an. Rolf Seelmann-Eggebert ist überzeugt: "Die Queen wird in Zukunft solche Pflichten an Prinz Charles (66) abgeben. Eines allerdings ist klar: Abdanken wird sie nicht. An ihrem 21. Geburtstag hat sie geschworen, ihre Pflicht als Königin bis zum letzten Atemzug wahrzunehmen. Und Königin Elizabeth II. hält immer ihr Wort."

Autor: Nicole Stroschein