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Original: eine Mecki-Figur aus den 1950er-Jahren

Mecki – ein Original (hier als Figur aus den 50er Jahren) / Foto © Axel Martens

70 Jahre HÖRZU

Mecki • Johann Kiefersauer – der "Mecki-Macher"

Mittlerweile telefoniert auch Mecki mit dem Handy. Und er trägt gern Jacke. Die alte rote Weste holt er nur noch selten aus dem Schrank. Seit 1949 begleitet der kleine Igel die Leser der HÖRZU, also beinahe von Anfang an.

Das Rauchen hat er sich inzwischen abgewöhnt. Ein Pfeifchen zu paffen wäre für den 67-Jährigen auch nicht gesund. Dass Mecki ansonsten aber ganz der Alte ist, verdankt er Johann Kiefersauer. Der zeichnet seit 2006 Meckis Bildergeschichten, und seither sieht er wieder ähnlich aus wie zu Beginn. "Dieser etwas nostalgische Strich", versichert Kiefersauer, "war schon immer mein Zeichenstil. Die Mecki-Geschichten waren anfangs sehr ausführlich, mit vielen Details. Das erinnerte mich an Märchenbücher, und die mochte ich als Kind sehr."


Detailverliebt: Johann Kiefersauer entwirft eine Mecki-Episode. / Foto: © Axel Martens

"Mecki ist frech, clever, aber auch vernünftig."

Berlin-Kreuzberg, ein Hinterhaus, beinahe ganz oben. Wenn Kiefersauer aus dem Fenster schaut, blickt er auf einen Hof voller Bäume. Ein Großstadtidyll. Seit mehr als vierzig Jahren zeichnet Kiefersauer Comics, etwa Hefte von "Käpt’n Blaubär", und seit Mitte der 1990er-Jahre lebt er in Berlin. In seinem Atelier erweckt er Mecki zum Leben, jede Woche mit einer neuen Episode. Erst zeichnet er die Seite vor, scannt sie in den Computer, druckt sie aus, zieht die Konturen mit Tusche nach. Nach einem erneuten Scan koloriert er den Comic.


Fundus: Einfälle für neue Geschichten werden laufend gesammelt. / Foto: © Axel Martens

Auf die Ideen zu den Geschichten kommt Kiefersauer nicht allein: "Meine Frau Lilli Herschhorn und ich denken sie uns zusammen aus", berichtet der Comic-Künstler. "Einer hat eine Idee, dann überlegen wir, was alles passieren kann. Wir waren auf Reisen in Alaska, also ließen wir auch Mecki dort ein Abenteuer erleben." Unterwegs sein, in Deutschland und in fernen Ländern: Mecki hat wieder große Lust am Reisen. So wie in den 1950ern, als er sich gern auch mal mit Turban auf dem HÖRZU-Titel zeigte. Doch selbst im aufregendsten Abenteuer behält Mecki stets einen kühlen Kopf. "Er ist frech und clever, aber kein Draufgänger. Und er ist nicht spießig, sondern vernünftig", meint Kiefersauer. "Natürlich braucht er die anderen, damit die Geschichten interessant werden."


Technik: Mithilfe des Computers wird Farbe in die Bilder gebracht. / Foto: © Axel Martens

Charly Pinguin zum Beispiel, der sich immer schnell aufregt. Oder den Schrat, der ständig vor sich hin döst. Dass die drei seit zehn Jahren wieder gemeinsam Abenteuer erleben, freut die HÖRZU-Leser. "Ich habe viele Briefe bekommen", erzählt Kiefersauer. "Von Leuten, die sich bedanken, dass es jetzt auch wieder längere Geschichten gibt, wie früher." Mit Mecki ist es eben wie mit alten Freunden: Sie verändern sich ein bisschen, legen ein paar Gewohnheiten ab und manchmal auch eine rote Weste. Aber wir mögen sie vor allem dafür, dass sie so geblieben sind, wie sie waren.

Autor: MICHAEL FUCHS