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Monty Python

Monty Python um John Cleese (Mi.) kommen ein letztes Mal zusammen. - Bild: ZDF / © Andy Gotts

Das Comeback des Jahres

Bühnen-Show "Monty Python Live" auf Arte

Warum die britischen Kultkomiker Monty Python 31 Jahre nach dem Aus auf die Bühne zurückkehren.

Sollte ausgerechnet Gott mitgeholfen haben? Jahrelang wurde Comedian Eric Idle immer wieder nach einem Comeback der Comedycrew Monty Python gefragt. Kein Problem, sagte Idle, es gebe nur eine klitzekleine Bedingung: Der 1989 verstorbene Kollege Graham Chapman müsse von den Toten auferstehen.

Das Problem löste keine höhere Macht, sondern irdische Technik: Per Video steht Chapman nun als Sketchpartner mit den Monty-Python-Stars auf der Bühne. 31 Jahre nach der Trennung sind die Kultkomiker, denen so gar nichts heilig ist, wieder vereint. Zumindest vorerst. In London spielen Eric Idle, John Cleese, Michael Palin, Terry Jones und Terry Gilliam zehn Shows. Die letzte ist am 20. Juli auch live im Internet unter concert.arte.tv zu sehen. Zehn Tage später läuft sie auf Arte.


TV-Tipp

Mi, 30.07.: "Monty Python Live", OmU, 21.30 Uhr, Arte (s. auch TV-Tipps rechts)


Untertitel der Show: "One Down, Five to Go" – übersetzt etwa "Einer tot, fünf gehen noch". Terry Gilliam (73) kommentiert: "Wir fünf mögen uns nicht besonders. Aber wenn wir uns treffen, wird es überraschend lustig." Scherz oder nicht, das Risiko einer Reunion ist groß – die Messlatte könnte kaum höher liegen.

Der Python-Humor

Begonnen hatte der Siegeszug 1969 mit der BBC-Reihe "Monty Python's Flying Circus". Ihr Humor war anders als alles, was damals zu sehen war: anarchisch und absurd, albern und anspruchsvoll. Sketche und Animationen der Show wurden Kult. Obwohl sie oft britische Marotten karikierte, ging die Satire um die Welt. Alfred Biolek holte die Pythons 1971 sogar für deutsche Folgen nach München.

Nach Ende der Serie folgten Filme wie "Das Leben des Brian" (1979). Die Bibelfarce wurde von Fans gefeiert, von der Kirche verteufelt. Höhepunkt des Films: Kreuzigungsopfer singen "Always Look On The Bright Side Of Life". So wurde die Truppe zu den "Beatles der Comedy". Ihr Einfluss ist bis heute spürbar – von "Saturday Night Live" bis "South Park".

In 44 Sekunden ausverkauft

Nach der Trennung 1983 konnte kaum ein Mitglied an den Erfolg der Monty-Python-Ära anknüpfen. Ein Comeback galt lange Zeit als ausgeschlossen: Zu zerstritten waren die Exkollegen, es ging ums Ego und ums Geld. Die teure Niederlage 2013 im Rechtsstreit mit einem Exproduzenten scheint alle umgestimmt zu haben. Beim aktuellen "Monty Python Live" dürfte die Kasse für alle stimmen: Die erste Show war innerhalb von 44 Sekunden ausverkauft.

Viele neue Pointen sollten die Fans aber nicht erwarten. "Wir hoffen, dass die Leute die alten Sketche vergessen haben und sie für neu halten", sagt Eric Idle (71). "Bei Konzerten ist es doch der schlimmste Moment, wenn der Künstler sagt: 'Und jetzt ein paar Songs von meinem neuen Album'. Dann weiß man: Endlich kann ich aufs Klo!" Kollege John Cleese (74) stimmt zu: "Die Fans wollen die alten Hits, aber wir wollen sie auf unvorhersehbare Art bringen." Die Komiker planen eine aufwendige Show mit Musicalelementen und Tänzern. Aber: Verträgt sich der oft infantile Python-Humor überhaupt mit dem fortgeschrittenen Alter der Stars? Die beste Antwort darauf gibt Michael Palin (71): "Früher dachte ich, es sei unmöglich, als über 70-Jähriger albern zu sein. Heute weiß ich: Es ist es sogar einfacher."

Autor: Michael Tokarski