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Alfred Biolek

Alfred Biolek feiert am 10.7. seinen 80. Geburtstag. - Foto: © Mathis Wienand/Getty Images

Zum 80. Geburtstag von Alfred Biolek

"Bio-Nacht" im WDR

Zum 80. Geburtstag spricht Alfred Biolek, der Altmeister des Talk, exklusiv in HÖRZU über sein bewegtes Leben.

Witz und Feingefühl waren sein Markenzeichen. Ob in der Show "Bio's Bahnhof" oder im Talk "Boulevard Bio" – immer verstand sich Alfred Biolek als charmanter Gastgeber. Mit "alfredissimo!" löste er später den Boom der Kochshows aus. Seine Kochbücher sind bis heute Bestseller, mittlerweile hat er sogar eine eigene Koch-App.


TV-Tipp

Auftakt der "Bio-Nacht" im WDR:
Do., 10.07.: "Mensch, Bio!" - Filmisches Porträt von Sandra Maischberger; WDR, 22.00 Uhr (s. auch TV-Tipps rechts)


Am 10. Juli feiert Alfred Biolek seinen 80. Geburtstag. Aus diesem Anlass sprach er exklusiv mit HÖRZU.

HÖRZU: Herr Biolek, wie geht es Ihnen kurz vor dem 80.?

Alfred Biolek: Danke, sehr gut. Von meinem Unfall vor vier Jahren habe ich mich erholt. Danach habe ich mein Leben geändert.

HÖRZU: Sie hatten sich bei einem Sturz die Schulter gebrochen. Nach der Reha sind Sie dann von Berlin zurückgezogen nach Köln. Was war der Grund dafür?

Alfred Biolek: Ich hatte in der Klinik viel Zeit zum Nachdenken und fand, es sei an der Zeit für eine neue Lebensweise. In Berlin gab es viele Einladungen und ständig Trubel. Ich hatte dort viele Bekannte, aber nur wenige Freunde – und die meisten Freunde in Köln.

HÖRZU: Partys sind jetzt passé?

Alfred Biolek: Ich verbringe meine Zeit lie- ber im kleinen Kreis mit wenigen echten Freunden. Es ist alles ruhiger geworden, das Leben ist reduziert. Ich absolviere keine Auftritte mehr und verreise nicht mehr. Meinen Geburtstag werde ich mit Freunden in einem Restaurant feiern.

HÖRZU: Ihr TV-Abschied ist acht Jahre her. Vermissen Sie das Fernsehgeschehen?

Alfred Biolek: Nein, gar nicht. Ich hatte immer ein gutes Gespür dafür, wann der richtige Zeitpunkt zum Aufhören gekommen ist. Immer wenn ich meine Sendungen nicht mehr verbessern konnte, habe ich aufgehört.

HÖRZU: Aber fällt man nach dem Abschied nicht in ein tiefes Loch?

Alfred Biolek: Das ist mir zum Glück nicht passiert. Ich hatte danach viel zu tun, bin auf Tourneee gegangen, habe Theateraufführungen und Galaveranstaltungen moderiert.

HÖRZU: Sie sind promovierter Jurist. Wie kamen Sie überhaupt zum Fernsehen?

Alfred Biolek: Ich sollte die Kanzlei meines Vaters übernehmen und spürte, dass ich das nicht wollte. Da kam mir 1963 ein Zufall zu Hilfe: die Gründung des ZDF, wo ich in der Rechtsabteilung anfing und den Vertrag zu den Mainzelmännchen aushandelte. Weil ich die Kollegen ständig mit Witzen unterhalten habe, bekam ich ein Angebot aus dem Programm.

HÖRZU: Konstant war Ihr weiterer Berufsweg dann aber auch nicht?

Alfred Biolek: Nein, Ende der 60er-Jahre habe ich meine Krawatten weggeworfen, die Haare wachsen lassen, meinen Job gekündigt und bin Produzent geworden. Ich wollte mal etwas Neues ausprobieren. Und haben dann die Show "Am laufenden Band" mit Rudi Carrell produziert. Rudi kam zu mir, weil er einen Produzenten suchte. Mein Lebensweg verlief immer nach dem Motto: Nicht suchen, finden.

HÖRZU: Wie kamen Sie zu eigenen Sendungen?

Alfred Biolek: Am Anfang nutzte ich meine Kontakte, um prominente Gäste zu einer Bühnenshow einzuladen. Darauf bot mir der WDR den "Kölner Treff" an. Der Beginn einer 30-jährigen Karriere vor der Kamera.

HÖRZU: Was waren für Sie dabei die Höhepunkte?

Alfred Biolek: Der schönste Moment war, als mir Sammy Davis, Jr. sagte, er habe noch nie eine Show mit so einer gelungenen Musikmischung erlebt. Ein tolles Kompliment.

HÖRZU: Was würden Sie jüngeren Menschen fürs Leben raten?

Alfred Biolek: Ich kann nur für mich sprechen. Ich habe immer getan, was mir Spaß macht. Heute erinnere ich mich gern zurück. Es waren schöne Zeiten, die ich genossen habe.

HÖRZU: Sind Sie stolz auf das, was Sie im Fernsehen erreicht haben?

Alfred Biolek: Stolz würde ich es nicht nennen. Ich bin glücklich.

Interview: Thomas Kunze