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Christiane Hörbiger

Hanna Berger (Christiane Hörbiger) lebt lieber auf der Straße, als ihre Tochter
für sich zahlen zu lassen. Foto: © ARD Degeto/Svenja von Schultzendorff,

Plötzlich arm

"Auf der Straße": Wenn der Albtraum Realität wird

Christiane Hörbiger zeigt im TV-Drama "Auf der Straße", wie schnell sozialer Abstieg drohen kann.

Es sind diese Momente im Leben, in denen man morgens aufwacht und hofft, dass alles nicht wahr ist. Die Gedanken kreisen, mit einem Mal wird klar: Der Albtraum ist Realität. Und dann bleiben nur zwei Optionen: anpacken oder aufgeben.

Die Story - "Auf der Straße"

In dem neuen Fernsehfilm "Auf der Straße" (Mo., 12.10., Das Erste, 20.15 Uhr) steht Hanna Berger, gespielt von Christiane Hörbiger, vor dieser Frage. Innerhalb weniger Tage verliert sie ihre Liebe und ihr Leben: Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes erfährt sie, dass dieser hoch verschuldet war - und sie selbst damit auch.

Ein Koffer ist alles, was Hanna Berger bleibt. Mit ein paar Fotos, ein wenig Kleidung und Kosmetik. So steht sie in der leer geräumten Wohnung in Hamburg, die Jahrzehnte ihr Zuhause war.

Wer kann ihr helfen? Der Staat? Niemals, dafür ist Hanna viel zu stolz. Ihre Tochter Elke (Margarita Broich)? Bloß nicht, nach einem heftigen Streit hatten die beiden seit Jahren keinen Kontakt mehr.

Hanna will es allein schaffen, auch wenn die gelernte Friseurin seit Jahren nicht mehr gearbeitet hat. Sie schläft lieber im Obdachlosenheim, als sich aushalten zu lassen. Irgendwann beginnt sie, in Restaurants die Essensreste von noch nicht abgeräumten Tellern zu stibitzen und in Mülleimern nach Pfandflaschen zu wühlen. Ihre erschreckende Erkenntnis nach einigen Tagen auf der Straße: Viele Obdachlose sind trotz Arbeit ins soziale Aus gerutscht.

"Dieser Film soll warnen, dass es jeden treffen kann"

Ein hochaktueller Film, denn Armut ist ein Schicksal, das in Deutschland immer mehr Frauen trifft. Etwa jeder sechste Deutsche lebt heute schon in Armut, darunter sind mehr Frauen als Männer. "Dieser Film soll warnen und bewusst machen, dass es jeden treffen kann", sagt Christiane Hörbiger im Interview mit HÖRZU. "Besonders für Frauen ist dieses Thema wichtig. Dass man die Augen aufmacht und sich nach der Hochzeit nicht aus Bequemlichkeit zurücklehnt. Meine Erfahrung oder auch die von Freundinnen ist: Männer lassen sich nicht gern in ihre Buchhaltung schauen. Aber da sollte man nachdrücklich um Einsicht bitten."

Die Schauspielerin ist heute 76 Jahre und weiß nur zu gut, was es bedeutet, Lebenskrisen zu meistern und welche Kraft das kostet. Als sie 40 Jahre alt war, starb ihr Mann überraschend durch einen Herzinfarkt. Ihr Sohn Sascha war damals erst zehn Jahre alt. "Ich hatte Panik", sagt die gebürtige Wienerin. "Es war eine harte Zeit als verwitwete, alleinerziehende Mutter. Ich selbst hatte Existenzängste, vor jeder Premiere, denn ich wusste mein Leben lang, dass ich meinen Beruf ausüben muss."

Das tut sie bis heute. Zur großen Freude ihres Publikums.

Autor: Mirja Halbig