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Kochen, was andere verschwenden

Resteküchenspezialist und Haubenkoch Tom Riederer (li.) mit David Gross (re.) im
Wastemobil unterwegs zum Kochen. - Foto: SWR / © SWR/Mischief Films

Schluss mit der Verschwendung

Arte-Doku "Kochen, was andere verschwenden"

Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch, Brot: Jeder Deutsche schmeißt im Jahr 82 Kilo Lebensmittel in den Müll. "Weltweit wird sogar ein Drittel aller Lebensmittel weggeworfen", erklärt der österreichische Journalist David Groß. "Ich möchte das ändern und habe deshalb fünf Wochen ausschließlich mit Dingen gekocht, die andere wegwerfen."

Damit will er einen Trend setzen: Waste Cooking! Wie das funktioniert, zeigt der 36-Jährige nun in einer fünfteiligen Arte-Doku (ab Mo., 18.5., Arte, 15.25 Uhr, s. auch TV-Tipps rechts und in unserem TV-Programm).

Waste Cooking

Mit einem Auto, das von altem Speiseöl angetrieben wird, fährt er durch Österreich, Deutschland, die Niederlande, Belgien und Frankreich. Im Gepäck einen Müllcontainer, der zur mobilen Küche umgebaut wurde und Groß die Möglichkeit bietet, spontan zuzubereiten, was andere für Abfall hielten.

Auf seiner Reise untersucht der Aktivist die Mülltonnen von Supermärkten, die Kühlschränke von Privathaushalten, ja sogar die Essensreste der Kantine des Europaparlaments in Brüssel. Er spricht mit Wissenschaftlern, Köchen und Politikern. Besonders schockierend für ihn: "Rund ein Drittel der Gemüseernte bleibt gleich auf dem Feld liegen. Zum Beispiel Zucchini, die zu groß sind, und Brokkoliköpfe, die nicht in die Norm passen. Diese Lebensmittel werden entsorgt, bevor sie überhaupt je ein Verbraucher gesehen hat."

Für Groß ist klar: "Umdenken beginnt beim eigenen Kühlschrank. Letztlich muss der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung aber auf mehreren Ebenen ansetzen. Nur wenn Politik, Profiköche und Verbraucher gemeinsam etwas ändern, gibt es eine reelle Chance."

Es lebe der Mundraub!

Auf seiner Reise trifft Groß auch Menschen, die spannende Projekte gegen Verschwendung angeschoben haben. Etwa den Bürgermeister der belgischen Stadt Herstal. Er sorgt dafür, dass Supermärkte abgelaufene Lebensmittel nicht wegwerfen, sondern sozialen Einrichtungen zukommen lassen.

Oder die Initiatoren der Internetseite mundraub.org: Sie bieten für Städte wie Berlin ein stetig wachsendes Verzeichnis von Obstbäumen, deren Früchte von jedermann geerntet werden dürfen. Eine renommierte französische Köchin hält Kurse für Privatpersonen mit kleinem Geldbeutel ab und zeigt ihnen, wie man sich gesund, nachhaltig und kostengünstig ernähren kann.

David Groß erklärt nach dem Experiment: "Fünf Wochen lang habe ich in Europa viele gute Initiativen kennengelernt, die wirklich etwas bewegen. Aber der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung ist ganz sicher noch nicht vorbei."

Autor: Nicole Stroschein