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Die ARD-Talker Frank Plasberg, Sandra Maischberger, Günther Jauch, Anne Will.

Wer muss gehen? Die ARD-Talker Frank Plasberg, Sandra Maischberger, Günther Jauch, Anne Will und Reinhold Beckmann (v. l.). - Foto © ARD/Marco Grob

HÖRZU-Exklusiv-Umfrage

ARD-Talkshows vor dem Aus?

ARD-Talkshows vor dem Aus? Der bayerische Rundfunkrat möchte zwei von fünf Sendungen streichen. Wen könnte es treffen? HÖRZU hat die Zuschauer gefragt.

Es war eine kleine Sternstunde im deutschen Fernsehen: Altkanzler Helmut Schmidt sprach bei "Beckmann" über die "Weltmächte der Zukunft" im Allgemeinen und die Rolle Chinas im Besonderen. Doch trotz des prominenten Gastes und des interessanten Themas kam die ARD-Talkshow mit nur 9,8 Prozent Marktanteil nicht gegen "Maybrit Illner" (11,1 Prozent) und "Markus Lanz" (12 Prozent) im ZDF an. Und in dieser Hinsicht ist Reinhold Beckmann nicht allein: Kaum ein Abend, an dem ein Talk im Ersten das ZDF aussticht, ob Frank Plasberg über Artenschutz spricht, ob die Sendung "Menschen bei Maischberger" heißt oder "Anne Will". Kein Wunder, dass die Kritik an der Talkshowflut im Ersten nicht enden will.

2014 sollen zwei Talkshows eingestellt werden

Schon 2012 mahnten die ARD-Oberen an, dass sich die Themen der fünf Sendungen zu oft überschnitten, zu häufig die gleichen Gäste eingeladen würden. Auszüge aus einem internen ARD-Papier belegen obendrein, dass Programmdirektor Volker Herres die Zahl der ARD-Talkhows bereits im Oktober 2012 von fünf auf vier reduzieren wollte. Jetzt hat der Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks noch einmal nachgelegt: Statt einer sollten 2014 besser zwei Talkshows eingestellt werden. Man müsse Platz schaffen für "anspruchsvolle neue und jüngere Formate sowie Genrefarben, die in der Programmmischung der ARD bislang unterrepräsentiert" seien.

Damit gemeint sind Kabarett, Satire, Reportagen und Dokumentarfilme. Eines dieser Wunschformate, "Die Klugscheißer" (siehe TV-Tipp rechts) mit Monika Gruber, ersetzt ab dem 23. Mai "Beckmann", der sich in die Sommerpause verabschiedet und im März mit im Schnitt 0,79 Millionen Zuschauern sein bisheriges Quotentief erreichte. Das Fatale: Der Talk wird nicht einmal dann wesentlich stärker, wenn "Maybrit Illner" im direkten Gegenprogramm schwächelt.

Sommerpause ohne Ende?

Beckmanns verfrühter Urlaub, so ARD-Pressesprecher Lars Jacob auf HÖRZU-Nachfrage, habe allerdings nichts damit zu tun, dass man den 57-Jährigen mit seiner seit 1999 laufenden Talkshow fortan für immer durch eine Kabarettprogramm ersetzen wolle: "Die Platzierung hat rein planerische Gründe
und ist kein Quotentestballon. 'Beckmann' geht als erste der Talkshows in die Sommerpause, kommt aber auch bereits Mitte Juli wieder. Die Planung berücksichtigt die unterschiedlichen Sommerferien in den Bundesländern und will sicherstellen, dass nicht alle Talkshows im Ersten zur gleichen Zeit Pause machen."

Nach einer Lebensversicherung für die Sendung klingt das nicht. Welche der fünf ARD-Talkshows sollen weichen? Quotenliebling Jauch? Plasberg, der so gern knallhart nachfragt? Oder eine der beiden Frauen? HÖRZU wollte es von denen wissen, die es am meisten betrifft: den Zuschauern.


ARD-Talkshows


In unserem Auftrag befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa 999 Deutsche über 14 Jahre nach ihrer Entscheidung. Das Ergebnis: Für 44 Prozent ist "Beckmann" am ehesten verzichtbar, für 39 Prozent "Anne Will" (siehe Grafik oben). Dorothea Winkler von Forsa: „Den Abschied von Reinhold Beckmanns Sendung befürworten 55 Prozent der höher Gebildeten mit mittlerem Schulabschluss oder Abitur, 53 Prozent der 45- bis 59-Jährigen und 52 Prozent der Männer.“ Übrigens: Dass alle fünf ARD-Talkshows unverzichtbar sind, finden nur die über 59-Jährigen. Trotzdem müssen höchstwahrscheinlich zwei Moderatoren gehen. Hart, aber womöglich nur fair.

Autor: Mike Powelz