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"Bei Anruf Hitchcock - Das Genie des Kinos" am 24.04.2010 im BR

Fotos © BR/Telepool

Meister des Grusels

Alfred Hitchcock

Am 29. April vor genau 30 Jahre ist Regie-Legende Sir Alfred Joseph Hitchcock in Los Angeles gestorben. Bereits fünf Tage vor seinem 30. Todestag sendet der BR die Dokumentation "Bei Anruf Hitchcock" (24.04., 22.45 Uhr) über den Meister des Grusels. HÖRZU beantwortet die wichtigsten Fragen über den Meisterregisseur.

Wovor hatte Hitchcock selbst Angst?

Antwort: Der Meister des Gänsehaut-Kinos war von Natur aus bequem und eher ängstlich. Alles Fremde und Unplanbare war ihm unheimlich. Angst hatte er nach eigenen Aussagen vor der Polizei. In einem der vielen Gespräche, die Hitchcock mit dem französischen Regisseur François Truffaut führte, ("Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?", Heyne, 9,95 Euro) gesteht er: "Ich bin ungeheuer furchtsam. Ich tue alles, was ich kann, um Schwierigkeiten und Komplikationen jeder Art aus dem Weg zu räumen." Ein geordneter Schreibtisch verschaffe ihm Seelenfrieden. Hitchcock war ein Perfektionist der Planung, der nahezu fanatisch auf der genauen Umsetzung seiner Vorlagen bestand. Wenn er zu den Dreharbeiten kam, war der Film in seinem Kopf bereits fertig: Er hatte jede Einstellung, jede Schauspieler- und Kameraposition im Drehbuch penibelst eingezeichnet.

In wie vielen seiner Filme ist der Regisseur selbst kurz zu sehen?

Antwort: In 39 seiner 53 Filme trat er selbst auf, erstmals 1927 in "Der Mieter". Fortan soll ihn seine abergläubische Angst vor Misserfolgen dazu bewegt haben. Er wolle einfach Statisten-Gagen sparen – so begründete Hitchcock selbst seine Kurzauftritte, sogenannte "Cameos". Die Zuschauer liebten sie, warteten gespannt darauf. Damit sie sich wieder auf die Handlung konzentrieren konnten, ging Hitchcock später dazu über, seine Mini-Rollen in den ersten fünf Minuten des Films unterzubringen.

Ist er der geistige Vater von "Die drei ???"?

Antwort: Hitchcock schrieb keines dieser Bücher. Geschaffen wurde die Serie Anfang der 60er-Jahre durch den Journalisten Robert Arthur, der Alfred Hitchcock persönlich gut kannte und die Lizenz erwarb, seinen Namen zu verwenden. In Deutschland erscheinen die "Die drei ???"-Bände im Kosmos Verlag, aus lizenzrechtlichen Gründen spielt der Name Alfred Hitchcock seit 2005 jedoch keine Rolle mehr.

Mit welchen Tricks arbeitete er in seinen Filmen?

Antwort: Hitchcock perfektionierte die Technik der "Suspense": Der Zuschauer wird permanent in Spannung gehalten, weil er stets mehr weiß als der Protagonist, die kommende Gefahr schon im Voraus sieht und in jedem Augenblick um den ahnungslosen Helden bangt. Hitchcock experimentierte zudem mit extremen Kameraeinstellungen. Ein Klassiker ist etwa der berühmte Blick in die Tiefe einer Wendeltreppe, der in "Vertigo" James Stewarts Höhenangst illustriert. Gern lockte der Regisseur sein Publikum auch auf eine falsche Fährte.

Wie schaffte Hitchcock es, schon zu Lebzeiten zur Kinolegende zu werden?

Antwort: Hitchcock war nicht nur ein Regie-, sondern auch ein Marketing-Genie. War das Filmmaterial geschnitten, kreierte er die Kampagne ebenso minutiös und raffiniert wie seine Horrorszenarien. Hitchcock war der erste Regisseur, der sich von PR-Beratern in Szene setzen und sein Gesicht auf Plakate drucken ließ. Er stand selbst im Mittelpunkt der Werbefilme und versorgte die Presse mit Interviews und Hintergrundmaterial. Zum Filmstart von "Der unsichtbare Dritte" stellte er einer US-Zeitschrift sogar seine typischen Storyboard-Skizzen zur Verfügung. Was die Journalisten nicht ahnten: Die Zeichnungen waren erst nach Ende der Dreharbeiten angefertigt worden – speziell zu Werbezwecken.

Welche Marotten hatte der Meisterregisseur?

Antwort: Die Arbeit mit Hitchcock war kein Zuckerschlecken, vor allem zu seinen weiblichen Stars war er bösartig: Tippi Hedren ("Die Vögel") wurde von ihm so drangsaliert, dass sie nach den Dreharbeiten für Monate im Sanatorium verschwand. Hitchcock ließ ihr fünf Tage lang echte Krähen ans Kleid binden und stachelte diese an, auf sie einzuhacken. Durch einen Schnabelhieb verlor Hedren fast ein Auge. Kim Novak ("Vertigo") ließ er wiederholt in kaltes Wasser springen. Zudem zwang er ihr graue Kostüme auf – weil er wusste, dass sie Grau hasste.

Autor: Caren Schütt