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Das Maedchen aus dem Totenmoor

Jutta (Alexandra Neldel, l.) ist selbst zu Rivalin Helen (Jytte-Merle Böhrnsen, r.)
nett. Foto: © ZDF / Marion von der Mehden

"Das Mädchen aus dem Totenmoor"

Alexandra Neldel offenbart überraschende Seiten

Das Fernsehjahr 2016 beginnt aufregend. Viele spannende, aktuelle, ambitionierte Produktionen sind am Start, einige schon im Januar.

Bestes Beispiel dafür ist der ZDF-Thriller "Das Mädchen aus dem Totenmoor" (Mi., 6.1., ZDF, 20.15 Uhr), in dem Alexandra Neldel, die durch historische Stoffe wie die Trilogie um die "Wanderhure" zum TV-Liebling avancierte, ganz neue Facetten zeigt.

Der Fall

In Neldels ZDF-Krimi wird es erst einmal düster-mysteriös. Der Fall: Jahre nachdem das Mädchen Fee mit 18 aus ihrem Heimatdorf in Norddeutschland verschwunden ist, wird ihre Leiche im Moor gefunden. Kommissar Keller, der kurz vor der Pensionierung steht, wittert nun seine Chance: Er will Fees Mörder endlich fassen. "Er kann sich diesen ungelösten Fall nicht verzeihen und daher nicht loslassen", sagt Robert Atzorn, der den Ermittler spielt. Ein Mord im Moor - klingt nach Thriller. Atzorn schränkt aber ein: "Es ist ein Kammerspiel mit Krimi-Elementen."

Tatsächlich entsteht die Spannung vor allem durch die undurchsichtigen Verbindungen der Menschen innerhalb der Dorfgemeinschaft. Besonders geheimnisvoll ist das Verhältnis zwischen dem Kommissar und seiner Tochter Jutta, die von Alexandra Neldel dargestellt wird. "Jutta kümmert sich um ihren Vater, ist besorgt um seinen Gesundheitlichen Zustand und liest ihm jeden Wunsch von den Lippen ab", sagt Neldel. "Aber irgendetwas steht trotzdem zwischen den beiden. Wirkliche Nähe ist da nicht."

Eine Frau opfert sich auf

Die Liebe, die Jutta ihrem Vater entgegenbringt, wird nicht erwidert. "Das ist eine schwierige Beziehung", so Atzorn. "Keller hat sich kaum um seine Tochter gekümmert, immer stand sein Beruf im Vordergrund. Sie kämpft um Anerkennung, sehnt sich nach seiner Aufmerksamkeit. Aber er verweigert das, geht rüde mit ihr um."

Jutta ist Wirtin der Dorfkneipe und alleinerziehende Mutter eines 15-jährigen Sohns. Da sie sich seit Jahren zudem um ihre kranke Mutter kümmert, musste sie auf ihren Traumberuf als Grafikerin verzichten. "Sie ist sehr pragmatisch", sagt Neldel. "Sie ist ein Familienmensch, opfert sich für ihre Familie auf, kümmert sich um alle: ihren Sohn, ihre kranke Mutter, ihren Vater. Sie steckt eigene Bedürfnisse dafür zurück."

Ja, Jutta berät sogar Helen (Jytte-Merle Böhrnsen), die neue Freundin ihres Jugendschwarms Hannes (Max von Pufendorf) in Beziehungsfragen, obwohl sie selbst noch in ihn verliebt ist. "Er ist ihre Jugendliebe, die beiden haben eine besondere Bindung. Auch darin steckt ein Geheimnis", so Neldel.

Dunkle Geheimnisse

Gerade in dem Verhältnis zu Hannes und Helen zeigt sich jedoch, dass Jutta nicht so perfekt und altruistisch ist, wie sie sich gibt. Sie hat auch dunkle Seiten: Aus Eifersucht spinnt sie eine Intrige. Ansonsten aber will sie für alle nur das Beste, bleibt dabei fast selbst auf der Strecke. Genau diese Schwäche ließe sie robuster wirken, als sie sei, meint Neldel: "Sie ist sehr verletzlich, würde es aber nie zeigen."

Die Kränkungen ihres Vaters und die unerwiderte Liebe zu Hannes haben jedoch Spuren hinterlassen. Jutta ist viel abgründiger, als es zunächst scheint. Zum Erstaunen des Vaters trägt sie schließlich viel zur Aufklärung des Falls bei. "Es ist eine interessante Figur, wie ich sie bisher noch nicht gespielt habe", sagt Alexandra Neldel.

Nach diesem tiefgründigen Experiment wird sie im Frühjahr wieder in einer Paraderolle zu sehen sein: als charmanter TV-Darling. In zwei neuen Folgen von "Einfach Rosa" spielt sie dann erneut die liebenswert-chaotische Hochzeitsplanerin Rosa.

Autor: Thomas Röbke