HÖRZU Android Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU iOS Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU Logo
Unterhaltung Filter
Kategorie einstellen
Al Pacino als Tony Montana in "Scarface - Toni, das Narbengesicht".

Al Pacino als Tony Montana in "Scarface - Toni, das Narbengesicht". Foto © ARD / Degeto

Frauenliebling und Oscar-Preisträger

Al Pacino feiert 70. Geburtstag

Mit der Rolle des Michael Corleone in Francis Ford Coppolas "Der Pate" wurde der glutäugige Italo-Amerikaner aus der Bronx 1972 zum Star. Nun, am 25. April, wird Al Pacino 70 Jahre alt. Das Erste widmet ihm eine Reihe.

In der hintersten Ecke seines Wohnzimmers soll er stehen, der Oscar, die goldene Hollywood-Trophäe, auf die Al Pacino so lange warten musste: "Man erkennt ihn erst, wenn man näher herankommt, aber er fällt schon von Weitem so ins Auge, dass es bisher noch keiner versäumt hat, sich das Ding näher anzuschauen", erklärte der Schauspieler einem Besucher. Al Pacino, der am 25. April seinen 70. Geburtstag feiert, verstand es von jeher, seine großen Erfolge ins rechte Licht zu rücken.

Achtmal wurde der kompromisslose Darsteller für den "Oscar" nominiert, bevor er ihn 1993 für die Rolle des Colonel Frank Slade in "Der Duft der Frauen" bekam. Danach war Pacino, als Sprössling italienischer Immigranten in ärmlichen Verhältnissen in der Bronx aufgewachsen, gefragter denn je. Für "Donnie Brasco" stand er neben Demi Moore und Johnny Depp vor der Kamera, bei "Looking for Richard" war er alles: Produzent, Darsteller, Autor und Regisseur.

Zweierlei hat man bei dem zeitlebens leidenschaftlichen Theaterdarsteller ("Richard III.") niemals zu erwähnen vergessen: seine Herkunft aus dem Actor's Studio Lee Strasbergs und damit dem Method Acting - und seine Ähnlichkeit mit Robert De Niro, dem anderen Großen. Er der gestenreiche Outrierte, der andere eher nach innen gekehrt. Bislang größte Anerkennung: 2007 wurde Pacino in Los Angeles mit dem Life Achievement Award des American Film Institute geehrt.

Schon als Sechsjähriger, so will es die Legende, brachte Alfred James Pacino, der Sohn eines sizilianischen Einwanderers, Freunde und Familie dazu, sich über seine Parodien schlapp zu lachen. Mit zwölf standen die Freunde bereits um Autogramme an ("Ich unterschrieb immer mit 'Scotty Scott'). So gab es zu Hause auch kein böses Wort, als er mit 16 die Schule schmiss, um sich als Witzeerzähler in einem Nachtklub durchzuschlagen. Die Probleme kamen später. Der plötzliche Ruhm nach dem Mafia-Epos "Der Pate" (1973), nach "Serpico" (1974) und "Hundstage" (1975) war zu viel für die Psyche des Strasberg-Schülers: "Mitte der 70er-Jahre sind mir manche Dinge zu schnell zugeflogen", so sagte er später. "Ich hatte einige Aussetzer, deshalb ging ich eine Zeit lang zu den Anonymen Alkoholikern, hörte dann mit dem Trinken und auch mit dem Rauchen auf. Heute stehe ich nur noch auf Eiscreme und Kekse."

Aber auch die Schauspielerei ging der medienscheue Star langsamer an, der sich selbst gelegentlich als "Manisch-Depressiven mit Spaß am Spaß" definierte. Nur eine Handvoll Filme drehte Pacino während des nächsten Jahrzehnts (unter anderem de Palmas "Scarface", 1983). Regisseure und Produzenten brachte er mit seiner Perfektionssucht zur Raserei - oder er stieg gleich aus bereits geplanten Projekten aus. Erst der Thriller "Sea of Love" (1989) brachte den beinahe in Vergessenheit geratenen Italo-Amerikaner zurück ins Rampenlicht. "Der Pate - Teil III", die Liebeskomödie "Frankie und Johnnie" und Brian de Palmas Krimi "Carlito's Way" festigten Anfang der 90-er dieses Comeback.

Inzwischen ist der coole Latino in die Jahre gekommen. Tiefe Furchen durchziehen längst sein Gesicht, doch die schwarzen Augen blicken noch immer mit hypnotischer Kraft in die Welt. Privat ist der Frauenliebling, der nie verheiratet war, aber drei Kinder (darunter Zwillinge) hat und der Marthe Keller, Jill Clayburgh und Diane Keaton zu seinen Eroberungen zählt, mit sich im Reinen: Die jetzt 20-jährige Tochter Julia nannte er "die wichtigste Frau in meinem Leben". Ein Glück sei es für ihn, erst spät Vater geworden zu sein: "Meine Lebenserfahrung ist größer. Es ist toll, Vater, Schauspieler und Liebhaber sein zu können, und das 24 Stunden am Tag", so behauptet er. Dem ist aus Anlass des 70. nur wenig hinzuzufügen.

Al Pacino-Filme im Ersten:

■ "Der Pate, Teil I", 23.04., 1.40 Uhr

■ "Der Pate, Teil II", 23.04., 3.15 Uhr

■ "Der Pate, Teil III", 24.04., 0.50 Uhr

■ "Der Pate, Teil IV", 24.04., 2.25 Uhr

■ "Der Duft der Frauen", 26.04., 0.50 Uhr

■ "Scarface - Toni, das Narbengesicht", 27.04., 0.20 Uhr

■ "Sea of Love - Melodie des Todes", 01.05., 1.10 Uhr

■ "Frankie & Johnny", Bayerisches Fernsehen, 27.04., 21.45 Uhr

Autor: teleschau / Hans Czerny