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Aktenzeichen XY...ungelöst

Zum fünften Mal geht es bei "Aktenzeichen XY … ungelöst – Spezial" um vermisste Kinder.
- Foto © ZDF und Jens Hartmann

Wo ist mein Kind?

Aktenzeichen XY...ungelöst

Rund 1800 Kinder und Jugendliche gelten in Deutschland als vermisst. 200 bis 300 Fälle werden täglich neu gemeldet, die meisten davon klären sich innerhalb kürzester Zeit. Doch immer wieder kommt es vor, dass die Ermittler über Monate oder sogar Jahre im Dunkeln tappen.

Bei solchen Fällen versucht seit drei Jahren "Aktenzeichen XY … ungelöst – Spezial" zu helfen. Vorausgesetzt, die Klärung der Fälle gilt nicht als ausgeschlossen. Ina-Maria Reize, die Chefredakteurin von "Aktenzeichen XY", erklärt: "Wir haben über viele Jahre gemerkt, wie groß der Bedarf von seiten der Angehörigen ist, dass wir die Fälle vermisster Kinder aufgreifen. So entstand die Idee zu den ,Spezial‘-Sendungen."

Darin fasst die Redaktion in Zusammenarbeit mit der Polizei noch einmal alle vorhandenen Fakten zusammen und erzählt die Geschichte in einem der typischen "Aktenzeichen"-Filme. Moderator Rudi Cerne spricht mit Eltern und Angehörigen der Vermissten und bittet natürlichdie Zuschauer um ihre Mithilfe. Eine besondere Herausforderung, wie Cerne offen zugibt: "Die ,Spezial‘-Ausgaben sind für mich wesentlich emotionaler als die normalen ,Aktenzeichen‘-Sendungen. Die Angehörigen der Vermissten sind live im Studio, und ihre Verzweiflung ist auch für mich greifbar. Zumal ich selbst Vater bin. Fälle, in denen es um Kinder geht, bewegen mich emotional am stärksten."

Hilfsbereitschaft & Anteilnahme

Sowohl für Cerne als auch für die Redaktion erfordert die Zusammenarbeit mit den Familien viel Fingerspitzengefühl. Umso schöner ist es natürlich, wenn der Erfolg direkt messbar ist. Immer wieder kommt es vor, dass die Sendung Bewegung in Fälle bringt, die zuvor aussichtslos erschienen. Während und nach der Sendung gehen in der Regel mehrere Hundert Anrufe zu jedem Fall ein. Teilweise rufen Menschen an, die den Familien ihr Mitgefühl aussprechen wollen, teilweise sind es aber auch konkrete Hinweise, die zur Klärung eines Falles führen können.

Chefredakteurin Ina-Maria Reize erzählt: "Die Hilfsbereitschaft und Anteilnahme der Menschen ist enorm groß. Und wir freuen uns natürlich über jeden Erfolg. Im November 2011führte zum Beispiel ein Hinweis aus der Sendung dazu, dass ein kleiner Junge aus Sachsen in Frankreich ausfindig gemacht werden konnte. Der Junge lebte bei seinem Vater, die Mutter hatte ihn entführt." Neben den Angehörigen aktuell vermisster junger Menschen stehen ganz regelmäßig bekannte Gäste im Fokus der Sendung. Auch sie tragen natürlich ihren Teil dazu bei, dass jedes Mal weit über fünf Millionen Menschen einschalten,wenn das ZDF ein neues "Spezial" ausstrahlt.

Studiogast Michelle Knight

So erzählte etwa im November 2012 Natascha Kampusch (26) die Geschichte ihrer Entführung und ihrer achtjährigen Gefangenschaft.Im Juni 2013 berichtete die Schauspielerin Christine Kaufmann (69), wie ihr Exmann Tony Curtis († 85) ihr 1972 die gemeinsamen Töchter entzogen hatte. In der aktuellen Sendung begrüßt Rudi Cerne Michelle Knight (33). Die Amerikanerin musste gemeinsam mit zwei anderen Frauen elf Jahre lang in der Gewalt eines Psychopathen leben. Als Studiogast bei "Aktenzeichen XY" spricht Michelle Knight jetzt erstmals im deutschen Fernsehen über ihr unglaubliches Martyrium. Sie möchte auf das Schicksal von Menschen aufmerksam machen, die vermisst sind.

Wie wichtig das –auch für die Angehörigen – ist, erklärt Traumatherapeut Dr. Georg Pieper: "Viele haben das Gefühl, ihr Kind und ihr eigenes Schicksal seien in Vergessenheit geraten.“ Die Geschichte von Michelle Knight beweist jedoch: Auch nach Jahren kann noch Bewegung in einen Fall kommen. Ein Zeichen der Hoffnung.

Autor: Nicole Stroschein