HÖRZU Android Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU iOS Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU Logo
Unterhaltung Filter
Kategorie einstellen
Günther Jauch moderiert Wer wird Millionär

15 Jahre auf Sendung: Günther Jauch moderiert die TV-Quizshow "Wer wird Millionär?". - Foto: Sascha Steinbach/Getty Image

Ein Leitfaden

6 Tricks zum Sieg bei "Wer wird Millionär?"

Wie kommt man in die TV-Quizshow "Wer wird Millionär?" von Günther Jauch und dort zum Sieg? Mit guter Vorbereitung! Ein Leitfaden – Schritt für Schritt.

Fünfzehn Jahre auf Sendung, 33 erfolgreiche Staffeln, 2203 Kandidaten: Das ist die beeindruckende Bilanz von Deutschlands beliebtester TV-Quizshow "Wer wird Millionär?".


TV-Tipp

Mo, 2.06. "Wer wird Millionär?": Großes Prominenten-Special vor der Sommerpause, RTL, 20.15 Uhr (s. auch TV-Tipps rechts)


Warum aber gelang es in der langen Geschichte der Unterhaltungssendung bislang nur acht Kandidaten, eine Million zu gewinnen? HÖRZU wollte es genau wissen – und nahm die Strategien der Jauch-Millionäre unter die Lupe: vom Historiker bis zur Hausfrau, vom Langzeitstudenten bis zum Pokerspieler. Dabei kristallisierten sich sechs Tricks heraus, die zukünftigen Kandidaten zur Million verhelfen könnten.

Trick 1: Wie schaffe ich es, von RTL eingeladen zu werden?

Wer sich auf der Internetseite von RTL, per Postkarte, SMS oder Anruf bewirbt, braucht zunächst vor allem eines: Glück. Allwöchentlich wählt ein Zufallsgenerator potenzielle Kandidaten aus. Die Liste mit diesen Namen landet auf dem Schreibtisch einer Casting-Redaktion. Deren Mitglieder rufen die Bewerber an, um lange Telefoninterviews mit ihnen zu führen. Dabei fühlen die RTL-Mitarbeiter den Bewerbern auf den Zahn – um herauszufinden, wer großen Unterhaltungswert verspricht. Denn "Wer wird Millionär?" ist auch Entertainment! Zwei bis drei interessante Anekdoten sollte jeder Kandidat deshalb auf Lager haben.

Exkandidatin Caroline O’Sullivan aus Beckum kann das nur bestätigen. Ein paar Wochen vor der Sendung, so erzählt sie, wurde sie rund eine Stunde lang am Telefon von einer Jauch- Mitarbeiterin ausgequetscht: "Es war ein lockeres Frauengespräch. Hinterher stand das alles auf den Moderationskarten."

Trick 2: Wie bereite ich mich vor?

Nächtelang Lexika pauken – das führt nicht zum Erfolg. Zwar wird bei "Wer wird Millionär?" auch Allgemeinbildung abgefragt – wodurch sich etwa der Historiker Eckhard Freise als erster Kandidat die Million holte. Doch nach 15 Jahren kommt Jauchs Redaktion nicht mehr umhin, auch Fragen zum Zeitgeist auszutüfteln. Deshalb ist es wichtig, den Inhalt von Illustrierten ebenso zu studieren wie Kreuzworträtsel.

Inzwischen gibt’s dazu sogar die ersten wissenschaftlichen Erkenntnisse, etwa von dem Ökonomen Prof. Joachim Prinz. Der Wirtschaftswissenschaftler der Universität Duisburg-Essen nahm 149 Kandidaten unter die Lupe und stellte fest: Nichtakademiker schneiden bei Jauch im Schnitt besser ab als Intellektuelle. Grund: Der Themenbereich "Musik, Sport, Kino" sei so breit gefächert, dass man ihn allein mit Fachwissen nicht meistern könne. Hilfreicher seien "nebenei gesammelte" Infos. Selbst ein Studium der Quantenphysik befähigt einen ja nicht zur Anwort auf die Frage, wer den "Eurovision Song Contest" 2014 gewann: Conchita … a) Wurst b) Käse c) Marmelade oder d) Honig?

Trick 3: Wie setze ich mich am Anfang gegen meine Studiokonkurrenten durch und schaffe es auf den heißen Stuhl?

Dafür gilt es unter Zeitdruck vier Teilantworten in die richtige Reihenfolge zu bringen. Laut Sebastian Langrock, Pokerspieler und Jauchs achter Millionär, gelingt das vor allem, indem man Nerven bewahrt und sich allein auf das Ordnen der vier Antwortmöglichkeiten konzentriert. Langrock: "Wenn du da auf dem Stuhl sitzt, stehst du natürlich voll unter Druck. Du hast das Spotlight an, die Kameras auf dich gerichtet, das Publikum schaut zu – und dann musst du Entscheidungen treffen. Wenn du im Kasino sitzt, dann lernst du, mit dem Druck umzugehen. Das habe ich in den letzten Jahren jetzt schon ein paarmal gemacht und war vielleicht deswegen so cool. Mir haben nicht die Hände gezittert, ich hatte keine Schweißausbrüche – ich war voll fokussiert." Außerdem, so Langrock, müsse man sich auf die Zeit im Studio wirklich gut vorbereiten: "Ich glaube, dass viele Kandidaten das nicht wirklich tun und eher sagen, man brauche eben Glück. Das sehe ich ganz anders: Ich habe mich ein halbes Jahr lang vorbereitet."

Trick 4: Ist es klüger, die risikoreiche Spielvariante zu wählen oder die klassische?

Seit 2007 können die Kandidaten auf die Sicherheitsstufe bei 16.000 Euro verzichten. Als Ausgleich erhalten sie einen Zusatzjoker, bei dem ein Zuschauer im Publikum aufstehen kann, wenn er glaubt, die Antwort zu kennen. Statistisch ist es klüger, die klassische Variante zu wählen – so wie es sieben der acht Jauch-Millionäre taten. "Bis zu Sebastian Langrock hat noch nie jemand mit dem vierten Joker eine Million geholt", so Ralf Schnoor, Jauchs siebter Millionär. Begründung: Wer vor der Millionenfrage stehe und keinen Joker mehr habe, werde diese Frage tendenziell eher nicht beantworten – weil ihm im Fall einer falschen Antwort ein Sturz auf 500 Euro drohe – statt auf 16.000.

Trick 5: Wie setze ich die Joker richtig ein?

Laut Ralf Schnoor ist es wichtig, keinen Joker zu verschleudern. Auf die Frage, wo Mutter Teresa 1950 ihren Orden "Missionarinnen der Nächstenliebe" gründete, war sich Kandidat Schnoor nicht sicher, tendierte aber zu Kalkutta. Weil es "nur" um 4000 Euro ging, setzte der Cafébesitzer darauf, dass Jauchs Redaktion ihn bei dieser Gewinnstufe noch nicht in die Irre führen würde – und verplemperte keinen Joker. Er lag richtig! Pokerspieler Langrock ergänzt: "Viele Kandidaten setzen ihren Zusatzjoker zu früh ein, also jenen, bei dem sich die Zuschauer melden, die glauben, die Antwort zu wissen. Den sollte man aber so spät wie möglich nutzen."

Trick 6: Wie gelingt es mir, Jauchs Mimik so zu deuten, dass ich Gewinn daraus schlagen kann?

Exkandidat Schnoor sagt: "Ich finde, dass man an seiner Mimik gut erkennen kann, ob man richtig liegt." Der Millionär rät, sich im Vorfeld viele Jauch-Sendungen anzuschauen und den Moderator genau zu studieren: "Als Gastronom habe ich natürlich auch täglich mit Leuten zu tun. Da bekommt man schon etwas Menschenkenntnis." Auch Langrock gesteht, Jauchs Mimik studiert zu haben: "Bei uns Pokerspielern nennt man das 'Read'. Man versucht, im Gesicht des Gegners zu lesen."

Autor: Mike Powelz