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Dreiteilige TV-Doku "Macht der Wunder - Die Geheimnisse des Vatikans"

Die TV-Doku "Macht der Wunder" stellt die Frage nach der Glaubwürdigkeit von Wundern; © ZDF / Michele Parente

Auf der Spur der Wunder

3-teilige TV-Doku "Macht der Wunder"

Es geschah am 11. Juni 1988. In Nairobi hatten sich 6000 Menschen zu einer Gebetsversammlung eingefunden. Plötzlich erschien mitten unter ihnen ein hochgewachsener Mann, ganz in Weiß gekleidet, barfuß. Er sprach 15 Minuten lang zu den Menschen – und verschwand so unerwartet, wie er gekommen war. "Viele waren daraufhin von ihren Leiden befreit", schrieb ein Journalist, der damals vor Ort war. Ein Wunder? Und waren die spontanen Heilungen, wie sie in Bangkok die "schwebende Nonne" Chan Rueylae noch in hohem Alter vollbrachte, auch Wunder? Oder die Kornkreise, die in der englischen Grafschaft Wiltshire immer wieder auftauchen? Die dreiteilige TV-Dokumentation "Macht der Wunder" (siehe Sendehinweis) versucht, solche Fragen zu beantworten – mithilfe von Augenzeugen, Kirchenkennern, Exorzisten, aber auch von Kriminalkommissaren und Chemikern, die vermeintliche Wunder mit modernster Technik unter die Lupe nehmen.

Doch was ist ein Wunder überhaupt? Laut dem Internet-Lexikon "Wikipedia" gilt als Wunder ein "Ereignis, dessen Zustandekommen man sich nicht erklären kann, sodass es Verwunderung und Erstaunen auslöst" und "das menschlicher Vernunft und Erfahrung und den Gesetzlichkeiten von Natur und Geschichte scheinbar oder wirklich widerspricht". Besonders im Neuen Testament ist von zahlreichen Wundern die Rede, von Krankenheilungen, der Austreibung böser Geister und natürlich von der Auferstehung Jesu Christi, dem Wunder, auf das sich ein ganzer Glauben gründet. Aber auch im Alltag wird der Begriff gern genutzt, wenn es um schier unglaubliche Ereignisse geht: vom "Wunder von Bern" bis zum "Wunder von Lengede". Es scheint, als sei der Glaube an Wunder auch heute noch weit verbreitet.

Tatsächlich glauben laut einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach 56 Prozent der Deutschen an Wunder. Nur 30 Prozent halten die außergewöhnlichen Ereignisse für Zufälle. Und der Glaube an höhere Mächte wird immer wieder neu genährt. Etwa durch Meldungen wie die über eine Madonnenstatue in Civitavecchia, 60 Kilometer nördlich von Rom, die im Februar 1995 an fünf Tagen Bluttränen weinte. Ein ausgeklügelter Betrug, um das Städtchen zum Wallfahrtsort zu machen? Der renommierte Chemieprofessor Luigi Garlaschelli untersuchte das angebliche Wunder – eine DNA-Analyse ergab, dass es sich um das Blut eines Mannes handelte. "Manchmal gibt es auch eine natürliche Erklärung für ein sogenanntes Wunder", sagt Garlaschelli. Den verstorbenen Papst Johannes Paul II. jedoch hielt das nicht davon ab, die Statue nach Rom bringen zu lassen, um vor ihr zu beten.

Ähnlich verhielt es sich im Fall der Seherin Mirjana, die rund 40.000 Botschaften von der Jungfrau Maria empfangen haben will. Der Ort Medjugorje in Bosnien-Herzegowina kämpft seit Jahren darum, durch den Vatikan als Wallfahrtsort anerkannt zu werden. Zwar pilgern jährlich zu Ostern Tausende dorthin, aber der Vatikan bleibt dennoch skeptisch. "Es kann nicht sein, dass die Madonna immer am 2. des Monats einer Person erscheint", sagt der Vatikanexperte und Journalist Marco Politi. Papst Johannes Paul II. sah das anders: Er empfing die Seherin 1987 persönlich auf seinem Feriensitz in Castel Gandolfo.

Auf der nächsten Seite: Interview mit dem Wunderskeptiker Marco Politi

Autor: Mike Powelz; Bilder: © ZDF / Michele Parente; Bild Flashbühne: © ZDF / Ulrike Grunewald