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Sonntag / 16:30 / tagesschau24
W wie Wissen
Pink und Blau - nur ein kleiner Unterschied?
Magazin D 2018 30 Min.
Beschreibung

Pink und Blau - nur ein kleiner Unterschied? - Beim überwiegenden Teil der kognitiven Leistungen und bei der Intelligenz gibt es keinen Unterschied, so Neurowissenschaftler. Nur bei der "mentalen Rotation", also wenn man eine dreidimensionale Form gedanklich im Raum drehen soll, schneiden Männer etwas besser ab, und die Frauen sind in Sprachtests etwas besser. Aber diese Unterschiede sind gering, die Leistungen variieren innerhalb der Geschlechter stärker als zwischen ihnen. Männliche und weibliche Gehirne sind nicht zu unterscheiden, die Geschlechterunterschiede sind winzig klein! Die Grenzen zwischen den Geschlechtern verschwimmen - ob auf der Bühne mit Kunstfiguren wie bei Conchita Wurst oder in einer androgynen Modewelt. Und dennoch ist das Geschlecht wichtig für das Selbstbild. Was passiert, wenn man sich schon als Kind und Jugendlicher im falschen Körper gefangen fühlt? Die Diagnose "Geschlechtsdysphorie", also Störung der Geschlechtsidentität, ist für die Betroffenen und deren Umwelt schwierig und gesundheitlich folgenschwer. Transsexuelle Jugendliche sind stärker als ihre Altersgenossen gefährdet, an Depressionen oder Angststörungen zu erkranken. Sie brauchen Hilfe, doch ab wann ist es ärztlich vertretbar, in die körperliche Entwicklung einzugreifen? "W wie Wissen" begleitet einen Jugendlichen auf diesem Weg. Wie entwickelt sich überhaupt eine Geschlechteridentität? Kaum ein Säugling, der nicht in Rosa oder Hellblau im Kinderwagen liegt. Und die Spielzeugindustrie zieht nach mit Spielzeug, das immer stärker "gegendert" ist: rosa Einhörner für die Mädchen, Techniksets für die Jungen. Werden die Kinder wieder vermehrt in alte Stereotpyen gepresst? "W wie Wissen" besucht die Genderforscherin Dr. Stevie Schmiedel, die die Organisation "pink stinks" gegründet hat und sich gegen die Verniedlichung der Mädchenwelt stark macht. Bei Mann und Frau sind 99 Prozent der Gene gleich. Der kleine Unterschied ist für die Steuerung unseres Hormonhaushaltes und unserer Sexualorgane zuständig und hat damit Einfluss auf unsere Gesundheit. Frauen sind, medizinisch gesehen, benachteiligt. Denn Medikamente werden überwiegend an Männern getestet. Frauenherzen sind kleiner, dadurch sind auch die Herzkrankgefäße dünner. Kommt es zu einem Verschluss im Gefäß, muss dieser mit einem Kunststoffschlauch dem sogenannten Herzkatheter erweitert werden. Zwar gibt es mittlerweile feinere Schläuche, die bei Frauen zum Einsatz kommen, dennoch werden Herzinfarkte bei Frauen zu oft verspätet diagnostiziert. Es müsste an einer neuen allgemeinen Behandlungsstrategie für Frauen geforscht werden.

Personen
Filmstab
  • Moderation
  • Dennis Wilms