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Montag / 04:30 / SRF 1
SRF DOK
Von der grossen Politbühne zum Leben als Flüchtling
Dokureihe CH 2021 50 Min.
Beschreibung

Von der grossen Politbühne zum Leben als Flüchtling - Der Jurist Firat Anli wurde nach einer langjährigen politischen Karriere 2014 zum Ko-Bürgermeister der kurdischen Stadt Amed (Diyarbakir) mit rund eineinhalb Millionen Einwohnenden gewählt. Nur knapp drei Jahre später wurde das Oberbürgermeisteramt von der Regierung unter staatliche Zwangsverwaltung gestellt, Anli und seine Amtspartnerin abgesetzt und verhaftet. Nach zehn Monaten Haft wurde Anli entlassen, doch bereits drei Tage später wurde er erneut zur Haft ausgeschrieben. Anli entschied sich zur Flucht in die Schweiz. Seine Frau Özlem, die in der Türkei als Ärztin tätig war, und seine zwei Kinder konnten erst zwei Jahre später nachreisen. In der Schweiz beginnt für die Familie nach drei getrennten Jahren wieder ein gemeinsamer Alltag - und damit ihre Integrationsprobleme. Lami Özgen war Präsident des türkischen Gewerkschaftsbunds KESK, dem rund 240'000 Angestellte im öffentlichen Sektor angehörten. Der Biologe und Gymnasiallehrer setzte sich in der Türkei nicht nur für die Anliegen der Staatsangestellten ein, er prangerte auch die Defizite der Demokratie und die Menschenrechtsverletzungen in der Türkei an. Als einflussreicher, unerschrockener Gewerkschafter missfiel er dem Staat. 2017 wurde er zu einer hohen Gefängnisstrafe verurteilt und musste das Land verlassen. Heute lebt er als anerkannter Flüchtling in Bern und bemüht sich, wieder auf seinem alten Beruf arbeiten zu können. Als seine Amtszeit im türkischen Parlament 2015 zu Ende ging, haben sich Demir Celik und seine Frau Songül auf die Pension vorbereitet. Der Militärputsch und die darauffolgende repressive Politik machten ihnen einen Strich durch die Rechnung. Der ehemalige Pharmazeut war der Gründerpräsident der Partei BDP, die bei den Wahlen 2011 über drei Millionen Stimmen erhielt und die Mehrheit der Bürgermeisterämter in den kurdischen Städten gewann. Anfangs der 2000er-Jahre war er selbst Bürgermeister der mittelgroßen Stadt Varto. Wegen seinen öffentlichen Auftritten als Politiker wurden nach dem Putsch über vierzig Strafverfahren gegen ihn eingeleitet. 2016 flüchtete Celik mit seiner Frau in die Schweiz. Sie leben im Kanton Bern. Wenn auch die Rückkehr in die Türkei für die ehemaligen Politiker in weite Ferne gerückt ist, haben sie die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sich die politische Lage einst verbessern wird. Der Film zeichnet den politischen Werdegang der Protagonisten nach, ihren langen Einsatz für die Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in der Türkei bis hin zum Flüchtlingsdasein in der Schweiz.

Personen
Filmstab
  • Regie
  • Yusuf Yesilöz