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Mittwoch / 22:55 / WDR
Nestlé statt Muttermilch
Reportagereihe D 2016 30 Min.
Beschreibung

Jeden Tag aufs Neue versucht die philippinische Stillberaterin Tintin Cervantes Leben zu retten, indem sie Mütter von der Flasche wegbringt. Der Flasche mit Baby-Pulvermilch, zu der fast 70 Prozent aller Mütter im Land greifen: Hier auf den Philippinen sterben täglich 13 Babys an Durchfall. Wird das Baby gestillt, besteht nur ein geringes Risiko für eine Durchfallerkrankung. Aber das Baby, das mit Pulvermilch gefüttert wird, hat ein hohes Risiko. Es ist sehr gefährlich für das Baby, sagt Tintin bedrückt. 13 Babys am Tag, das sind 5.000 im Jahr. Auf den Philippinen ist es oft nicht möglich, Pulvermilch sauber hygienisch zu lagern - besonders wenn sie schon angerührt ist. Durchfall kann eine Konsequenz sein und Durchfall gehört bei Kleinkindern auf den Philippinen zu den drei Haupttodesursachen. Über 10.000 Kilometer sind die Philippinen von Deutschland entfernt. Und obwohl ein Großteil der Menschen unter der Armutsgrenze lebt, haben die Philippinen mit nur 36 Prozent eine der niedrigsten Stillraten weltweit. Die Werbung der Milchkonzerne mit ihren aggressiven und oft illegalen Methoden sei schuld, sagt uns Tintin. Ganz vorn dabei sei der Konzern Nestlé. Die WELTWEIT Reporterin Melanie Jost reist in einen Sumpf aus Geschäftemacherei, Lobbyismus und Korruption: Sie trifft auf Krankenschwestern und Ärzte, die von Vertretern der Milchkonzerne massiv umworben werden, obwohl das gegen nationales Recht verstößt. Und auf Mütter in Armenvierteln, die den überall präsenten Werbeversprechen der Milchkonzerne Glauben schenken - weil sie verzweifelt auf ein besseres Leben für ihre Kinder hoffen. Der Einfluss der Milchfirmen reicht bis in die Regierungsebenen, wo Abgeordnete beeinflusst werden, um die strenge Gesetzgebung aufzuweichen. Doch viele Menschen, die die WELTWEIT-Reporterin Melanie Jost trifft, wollen die Situation nicht hinnehmen. Sie kämpfen gegen die Macht der Konzerne - auch wenn es ein Kampf David gegen Goliath bleibt.