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Mittwoch / 15:00 / NDR
die nordstory - Verborgene Welten im Hamburger Hafen
Regionalreportage D 2014 60 Min.
Beschreibung

Der Hamburger Hafen, Hamburgs "Perle", lockt alle an. Jährlich laufen rund 10.000 Seeschiffe aus aller Welt den drittgrößten Hafen Europas an. Es gibt nur wenige Orte im Norden, die so viele Geschichten von Fernweh und Romantik erzählen, Atmosphäre haben, pulsieren und sich fast täglich verändern. "die nordstory" zeigt "Verborgene Welten im Hamburger Hafen": Menschen und Orte, Geschichte und Geschichten, unerwartete Einblicke. Die Inspektorinnen der Pflanzengesundheitskontrolle Hamburg, Iris Thorberger und Charlotte Siefert, führen das Filmteam hinter die Kulissen der Container- und Stückgutwelt. Sie zeigen Gefahren auf, die in jedem Sack Kakao- und Kaffeebohnen, der Getreidelieferung oder in Früchten lauern. Ihre Aufgabe ist es, eingeschleppte Schädlinge wie Kornbohrer, Kakaomotte oder gefährliche Bakterien unter Tausenden Tonnen Lebens- und Futtermitteln und einer Flut von Containern an den Hafenterminals aufzuspüren und notfalls vernichten zu lassen. Der Hafen hat viele Gesichter, sie könnten gegensätzlicher nicht sein, stehen aber dennoch miteinander in Verbindung: an Hightech-Terminals ist Löschung und Verbringung von Zigtausenden Containern per Software geregelt. Daneben sind die Lagerschuppen, wo noch mühevoll von Hand be- und entladen wird. Betritt man den G.T.H. Getreide Terminal in Wilhelmsburg, wirkt es dort auf den ersten Blick wie die Reise in eine vergangene Zeit. Hier sind noch Maschinen aus den 1960er-Jahren im Einsatz, die Mitarbeiter wuchten per Hand schwere Pumprohre. So werden Zigtausende Tonnen Weizen aus riesigen Türmen in bereitgestellte Frachter, Schuten und spezielle Eisenbahnwaggons gefördert. "Unsere Anlage läuft zuverlässig und fast ohne Ausfälle", berichtet Geschäftsführer Kay Böhmer. "Die rein computergesteuerte Technik hat ihre Tücken. Und Stillstand kostet im Hafen immer Geld." Andy Hadrys kennt keine Atempause. Seit über 30 Jahren buckelt er im Hafen als Stauer. Nun ist er auch für die Ausbildung "des Nachwuchses" zuständig. Das macht er mit der ihm gegebenen Sorgfalt und Hingabe: "Der Hafen ist meine Heimat und ich lebe auf St. Pauli", erzählt Hadrys. Meinen Jungs bringe ich bei, ihren gesunden Menschenverstand zu gebrauchen und nicht bei jedem Problem nur auf den Computer zu hören." Das sagt er und holt seinen "PC" aus der Arbeitshose: "Das ist ein Bleistift, ein Anspitzer und ein Radiergummi." Er lächelt. "Mehr 'Computer' brauche ich in dem Job des Stauers nicht. Damit kann ich alle kniffligen Aufgaben lösen!" Der Hafen im Wandel. Und dennoch ist und bleibt er ein Stück Heimat für jeden, der mit ihm zu tun hat.