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Mundschutz Coronavirus

Foto © iStock.com, Valentin Russanov

Wir beantworten die wichtigsten Fragen

Mundschutz wegen Coronavirus • Informationen & Tipps zum Selbermachen

Sie möchten dazu beitragen, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen? Prima! Denn jeder hat die Möglichkeit, etwas Gutes für die Gemeinschaft zu tun. Mit dem Tragen eines Mundschutzes kann man seine Mitmenschen schützen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema und zeigen, wie sich eine Maske ganz einfach selbst herstellen lässt.

Mundschutz tragen – ja oder nein? Bei uns in Europa wird das Thema in Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus gerade heiß diskutiert. In Österreich besteht seit 1. April 2020 schon eine Maskenpflicht beim Einkaufen und mit Jena hat zum 6. April die erste deutsche Stadt eingeführt, dass jeder in Supermärkten und öffentlichen Verkehrsmitteln einen Mundschutz tragen muss. Der Berliner Virologe Christian Drosten sprach in einem seiner NDR-Podcasts zum Thema Coronavirus davon, dass das Tragen eines Mundschutzes eine "Geste der Höflichkeit" sei. Doch was genau hat es damit auf sich? Warum ist der Mundschutz in Zeiten der Coronakrise ein Zeichen der Solidarität? Und wie kann jeder trotz Masken-Knappheit ein solches Zeichen setzen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um den Mundschutz und zeigen, wie man eine Maske ganz leicht selber machen kann.

Mundschutz: Welche Maskentypen gibt es?

Klären wir erst einmal, wovon genau die Rede ist, wenn es um den Mundschutz geht. Grundsätzlich handelt es sich dabei um Bedeckungen von Mund und Nase. Jedoch unterscheiden sich die unterschiedlichen Mundschutz-Typen in ihrer Funktion:

Community-Masken: Ein solcher Mundschutz ist eine selbstgemachte Behelfs-Mund-Nasen-Maske für den privaten Gebrauch. Sie wird aus handelsüblichen Materialien hergestellt, um eine textile Barriere zu bilden.

Medizinischer Mund-Nasen-Schutz: Hierbei handelt es sich um "Operations-Masken", die zum Beispiel von Ärzten im Operationssaal getragen werden. Sie bestehen aus mehrlagigem Vlies und sind ein Medizinprodukt.

Filtrierende Halbmasken (FFP2 und FFP3): Solche Masken dienen bestimmten Berufsgruppen als Schutzausrüstung bei der Arbeit. Sie haben einen eingebauten Luftfilter. Solche professionellen Atemschutzmasken brauchen zum Beispiel die Personen, die direkten Kontakt mit Infizierten haben.

Schützen Masken vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus?

Nicht jeder Mundschutz ist automatisch dazu geeignet, sich vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen. Sie müssen sich das folgendermaßen vorstellen: Ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz, wird von Ärzten getragen, um Sie als Patient vor dem Tröpfchenauswurf des Operateurs zu schützen. Durch das Tragen soll verhindert werden, dass zum Beispiel beim Sprechen kleine Tröpfchen des Arztes in Ihre Wunde gelangen. Es besteht daher ein so genannter "Fremdschutz". Ein solcher Mundschutz dient jedoch nicht dazu, den Träger selbst vor Krankheitserregern wie Viren zu schützen. Es fehlt deshalb der so genannte "Eigenschutz". Dementsprechend kann also auch ein selbst gemachter Mundschutz nicht vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen. Anders sieht das bei filtrierenden Halbmasken aus: Hier soll auch der Träger selbst vor der Einatmung von Tröpfchen bewahrt werden.

Wieso ist es sinnvoll einen selbst gemachten Mundschutz zu tragen?

Zwar ist den Do-it-Yourself-Masken wissenschaftlich keine Schutzwirkung nachgewiesen, trotzdem wird ein positiver Effekt vermutet. Vor allem dort, wo Sicherheitsabstände nicht eingehalten werden können – wie etwa in den öffentlichen Verkehrsmitteln oder in Lebensmittelgeschäften. Denn: Befindet sich ein Schutz über Mund und Nase, wird die Geschwindigkeit des Atemstroms und die des Schleimauswurfs beim Niesen oder Husten gebremst. Außerdem besteht eine gewisse Schutzfunktion dadurch, dass die Schleimhäute von Mund und Nase weniger oft mit den möglicherweise kontaminierten Händen berührt werden.

In der aktuellen Situation ist ein solcher Mundschutz zudem aus einem anderen Grund hilfreich: Viele Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert sind, zeigen keine Symptome oder die Beschwerden machen sich erst nach einiger Zeit bemerkbar. In beiden Fällen sind die Betroffenen trotzdem schon ansteckend. Wer jetzt vorsorglich einen Mundschutz trägt, kann das Risiko reduzieren, andere mit seiner (noch) unerkannten Infektion anzustecken. Man übernimmt auf diese Weise also Verantwortung für seine Mitmenschen. Dies ist besonders für die Risikogruppe der neuartigen Lungenerkrankung Covid-19 von großer Bedeutung, denn eine Virusinfektion kann bei ihnen zu schweren, lebensbedrohlichen Verläufen führen. Außerdem schärft das Tragen eines Mundschutzes in der Öffentlichkeit das allgemeine Bewusstsein für "social distancing" und für ein gesundheitsbewusstes Verhalten.

Warum sollte man keinen Profi-Mundschutz tragen?

Schutzausrüstung ist gerade Mangelware. Das bekommen vor allem die zu spüren, die sie eigentlich am dringendsten brauchen. Ärzte, Krankenschwestern und unser Pflegepersonal: Sie alle sind auf einen Mundschutz angewiesen, um sich und andere bei der Arbeit zu schützen. Nur so können sie ihrem Job weiter nachgehen – und der ist gerade wichtiger denn je! Aus diesem Grund sollten Sie professionelle Schutzausrüstung dem medizinischen Personal überlassen. Wer jetzt einen überteuerten Mundschutz erwirbt, sorgt damit nur für eine zusätzliche Verknappung und einen weiteren Aufwärtstrend der ohnehin bereits zu hohen Preise. Als Folge könnten dann Einrichtungen wie Krankenhäuser nicht mehr mit Masken ausgestattet werden. Mit dem Tragen eines selbst gemachten Mundschutzes kann man daher auch ein Zeichen der Solidarität setzen gegenüber den Menschen, die Tag und Nacht für unsere Gesunderhaltung aktiv sind und in dieser Krise den allerhöchsten Respekt verdienen.

Ersetzt ein Mundschutz andere Sicherheitsregeln in Bezug auf das Coronavirus?

Besonders wichtig zu wissen: Auch wenn Sie einen selbst gemachten Mundschutz (oder auch einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz) tragen, um Mitmenschen zu schützen, dürfen andere Schutzmaßnahmen keinesfalls vernachlässigt werden. Sie gelten immer noch als die effektivsten gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Konkret bedeutet das: Reduzieren Sie Ihre sozialen Kontakte auf ein Minimum, halten Sie zu anderen Personen einen Mindestabstand von 1,5 Metern, niesen oder husten Sie ausschließlich in Ihre Armbeuge, waschen Sie sich regelmäßig gründlich die Hände und fassen Sie sich mit den Händen nicht ins Gesicht. Der Mundschutz ist außerdem kein Freifahrtschein dafür, mit Krankheitssymptomen in die Öffentlichkeit zu gehen. Es gilt trotzdem: Bleiben Sie zu Hause, wenn Sie krank sind. Bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus melden Sie sich telefonisch bei Ihrem Hausarzt oder dem ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116117.


Foto © iStock.com, Janna Danilova

Sechs Tipps für den selbst gemachten Mundschutz

Ganz nach dem Motto „Gemeinsam gegen Corona“ können auch Sie in diesen schwierigen Zeiten ein Zeichen setzen und einen Mundschutz selbst herstellen. Das gelingt sehr leicht – ob mit oder ohne Nähmaschine. Wer Lust und Zeit hat, kann natürlich auch Familienmitglieder oder Freunde mit einem selbst genähten Mundschutz versorgen. Weisen Sie dann aber bitte darauf hin, dass der Träger dadurch nicht vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus geschützt wird. Auch wir möchten an dieser Stelle noch einmal darauf aufmerksam machen, dass es für DIY-Masken keine Testungen, Zertifizierungen oder Zulassungen gibt: Eine Schutzwirkung konnte bisher deshalb nicht nachgewiesen werden und die Verwendung erfolgt auf eigene Verantwortung.

1. Material: Unter #maskeauf rufen gerade zahlreiche Prominente wie Joko Winterscheidt, Lena Meyer-Landrut oder Anne Will dazu auf, im öffentlichen Raum eine selbst gemachte Maske zu tragen. Auf der Website maskeauf.de wird gezeigt, aus welchen kreativen Materialien, sich ein Mundschutz basteln lässt – vom Schal über das T-Shirt bis zum Staubsaugerbeutel. Generell gilt: Fest gewebte Stoffe eignen sich besser als leicht gewebte Stoffe. Testen Sie vor dem Anlegen, ob Ihr gewählter Stoff genügend Luft zum Atmen durchlässt.

2. Mundschutz selber nähen: Wer die Basics an der Nähmaschine beherrscht, kann sich schnell und einfach einen Mundschutz selber nähen. Wie genau das geht, erfahren Sie zum Beispiel hier in diesem Video:

Sie möchten sich lieber eine Anleitung zum Ausdrucken herunterladen? Eine Schritt-für-Schritt-Nähanleitung stellt die Stadt Essen hier zur Verfügung.

3. Mundschutz basteln (ohne nähen):

Auch wer keine Nähmaschine zu Hause hat, kann einen Mundschutz selber machen. Viren-Experte Christian Drosten von der Charité in Berlin hat auf Twitter eine Anleitung zum Selbstbau von Masken geteilt. Hier wird gezeigt, wie eine Maske ohne Nähmaschine hergestellt wird:

Wir fassen die Anleitung aus dem Video noch einmal auf Deutsch zusammen:

• Waschen Sie sich gründlich die Hände.

• Legen Sie zwei Blätter Küchenrolle aufeinander.

• Legen Sie darüber noch ein Taschentuch.

• Schneiden Sie alle drei Papiere einmal durch und legen Sie die Papiere längst übereinander.

• Kreppklebeband an den beiden äußeren Seiten befestigen, sodass die Papiere davon umschlossen werden und zusammenhalten.

• Stanzen Sie mit einem Locher zwei Löcher in die Bereiche des Kreppklebebands.

• Metalldraht oben an der Maske anbringen und mit einem Stück Kreppklebeband überkleben. Durch den Draht sitzt die Maske fester an der Nase.

• Ziehen Sie die Gummibänder durch die ausgestanzten Löcher und verknoten Sie die Enden.

In die nächsten Arbeitsschritte ist eine Brille involviert.Wer selbst keine trägt, kann auf Sonnebrille, Taucherbrille, Schutzbrille oder eine mit Fensterglas zurückgreifen, so vorhanden.

• Schneiden Sie die Klarsichtfolie in zwei Hälften.

• Befestigen Sie die Heftklammern rechts und links an einem Brillengestell und setzen Sie die Klarsichthülle ein.

• Setzen Sie die Maske auf und befestigen Sie diese mit den Gummibändern an Ihren Ohren. Tragen Sie die Brille mit der Klarsichthülle darüber.

4. Anwendung: Damit ein selbst gemachter Mundschutz optimal wirkt, ist sein korrekter Sitz entscheidend. Achten Sie darauf, dass er Mund und Nase vollkommen bedeckt und er eng anliegt, um möglichst wenig Luft an den Seiten eindringen zu lassen. Ist der Mundschutz durchfeuchtet, muss er gewechselt werden.

5. Vorsichtsmaßnahmen: Das Aufsetzen eines Mundschutzes birgt die Gefahr, dass Sie sich (unbewusst) ins Gesicht fassen, um den Mundschutz zu justieren. Denken Sie daran, dass Sie mit Ihren Händen nicht das Gesicht berühren sollten, um eine Schmierinfektion über Nasen-, Mund- oder Augenschleimhäute zu vermeiden. Die Innenseite des Mundschutzes darf nicht kontaminiert sein. Waschen Sie sich vor dem Anlegen die Hände.

6. Reinigung: Der Mundschutz sollte nur kurz – zum Beispiel zum Einkaufen – und nicht den ganzen Tag lang getragen werden. Nach einmaliger Nutzung sollten Sie die Maske waschen. Idealerweise bei 95 Grad, mindestens aber bei 60 Grad. Bevor der Mundschutz erneut verwendet wird, muss er nach dem Waschen vollständig trocknen.