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Corona Fragen Antworten

Das sollte man wissen

Coronavirus • 22 wichtige Fragen & Antworten

Das Coronavirus beeinflusst unser aller Leben gerade immens. Da hat man natürlich viele Fragen, auf die verlässliche Antworten gesucht werden. Einige der häufigsten klären wir hier.

Mediziner und Wissenschaftler arbeiten auf Hochtouren, um neue Erkenntnisse über das Virus und dessen Auswirkungen zu erlangen. Und die Verantwortlichen in der Politik versuchen, die sinnvollsten Maßnahmen zu Eindämmung und Bekämpfung zu finden. Beides ist ein dynamischer Prozess, allgemeingültige Aussagen sind schwer zu treffen, Informationen können sich täglich ändern. Deshalb brauchen wir weiterhin viel Geduld, seriöse Quellen (siehe Frage 22) und klare Fakten.

1. Was ist das Coronavirus?

Es gibt verschiedene Coronaviren, die beim Menschen unterschiedliche Krankheiten auslösen. Aus der Vergangenheit bekannte Erkrankungen sind das Middle East Respiratory Syndrome (MERS) und das Severe Acute Respiratory Syndrome (SARS). Das aktuell grassierende Coronavirus trägt den offiziellen Namen SARS-CoV-2. Man nimmt zurzeit an, dass es von Fledermäusen stammt und sich der erste Patient auf einem Markt in Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei damit ansteckte. Durch eine Infektion mit SARS-CoV-2 wird eine neuartige Lungenerkrankung ausgelöst – sie nennt sich COVID-19.

2. Wie steckt man sich mit dem Coronavirus an und kann man sich auch über Oberflächen/Lebensmittel infizieren?

Der Hauptübertragungsweg des Coronavirus ist die Tröpfcheninfektion – also die Übertragung von Tröpfchen von Mensch zu Mensch beim Niesen oder Husten. Zur Möglichkeit einer Absteckung über Oberflächen und/oder Lebensmittel, informiert das Bundesinstitut für Risikobewertung so: "Es gibt derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen auf anderem Weg, etwa über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Auch für andere Coronaviren sind keine Berichte über Infektionen durch Lebensmittel oder den Kontakt mit trockenen Oberflächen bekannt. Übertragungen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sind allerdings durch Schmierinfektionen denkbar. Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt ist dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich."

Das Bundesministerium für Gesundheit erklärt das noch einmal bildlich im Video:

3. Können Haustiere sich mit dem Coronavirus anstecken und es übertragen?

Bisher sind nur Einzelfälle bekannt, in denen das Coronavirus bei Tieren nachgewiesen wurde. Es lassen sich daraus keine Rückschlüsse darauf ziehen, ob Tiere das Virus wieder ausscheiden könnten und diese Menge dann ausreichen würde, um Menschen zu infizieren. Zum jetzigen Kenntnisstand spielen Haustiere bei der Ausbreitung des Coronavirus keine Rolle und sie werden nicht als Risikofaktoren eingestuft. (Stand: 24.04.2020) Das Friedrich-Loeffler-Institut, das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, hält hier dazu aktuelle und ausführliche Informationen bereit.

4. Wann treten nach einer Infektion Symptome auf

Die Inkubationszeit – also die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Erkrankung – beträgt ein bis 14 Tage. Im Durchschnitt liegt sie bei fünf bis sechs Tagen.

5. Welche Symptome gibt es?

Aufgrund der Neuartigkeit der Erkrankung entdecken Experten immer noch neue Symptome. Bisher wurden Husten und Fieber als häufigste Symptome festgestellt.

Mögliche Symptome von COVID-19 im Überblick:

• Husten

• Fieber

• Schnupfen

• Halsschmerzen

• Kopf- und Gliederschmerzen

• Appetitlosigkeit

• Gewichtsverlust

• Übelkeit

• Bauchschmerzen

• Erbrechen

• Durchfall

• Bindehautentzündung (Konjunktivitis)

• Hautausschlag

• Lymphknotenschwellung

• Teilnahmslosigkeit (Apathie)

• Benommenheit (Somnolenz)

• Atemnot

6. Wie unterscheiden sich die Symptome von der denen einer schweren Erkältung/Grippe?

Da die Symptome einer Coronavirus-Infektion teilweise einer Grippe oder Erkältungskrankheit ähneln, lassen sie sich manchmal schwer voneinander abgrenzen. So erkennt man den Unterschied:


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7. Warum und für wen ist das Coronavirus gefährlich?

Die Krankheitsverläufe von COVID-19 sind sehr unterschiedlich – von symptomlos bis zu schweren Lungenentzündungen (Pneumonien) mit Lungenversagen bis hin zum Tod. In 80 Prozent der Fälle verläuft eine Ansteckung mild bis moderat. Das heißt, es treten keine oder nur sehr leichte Anzeichen einer Lungenentzündung auf. Jedoch kann es (auch bei Personen ohne Vorerkrankungen und jüngeren Menschen) zu lebensbedrohlichen Krankheitsverläufen kommen. Deshalb ist es wichtig, seine Mitmenschen vor einer Ansteckung zu schützen.

Folgende Personengruppen haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf:

• ältere Personen ab etwa 50 bis 60 Jahre

• Raucher

• stark übergewichtige Menschen (stark adipös)

• Personen mit Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, mit chronischen Lungen- oder Lebererkrankungen, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) oder Krebserkrankungen

• Personen mit einem geschwächten Immunsystem aufgrund von Erkrankungen, die mit einer Immunschwäche einhergehen oder aufgrund von Medikamenten, bei deren Einnahme die Immunabwehr herabgesetzt wird

8. Sind Schwangere und Kinder gefährdet?

Bisher ergeben die vorliegenden Studien keinen Hinweis darauf, dass schwangere Frauen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf hätten. Die Mehrzahl der bisher vorliegenden Untersuchungen zeigt außerdem, dass Kinder seltener und weniger schwer von einer Infektion mit dem Coronavirus betroffen sind. Es kommen aber auch schwere Verläufe vor.

9. Wie kann man sich und andere vor einer Ansteckung schützen?

Um sich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen, sollten Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Diese sind: zu Hause bleiben bei Erkrankung, eine gute Händehygiene, Einhalten von Husten- und Niesregeln und das Abstandhalten (mindestens 1,5 Meter). Genaueres erklärt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im Video:

10. Wozu dienen Kontaktbeschränkungen?

Ziel der aktuell herrschenden Kontaktbeschränkungen ist es, weitere Ansteckungen zu verhindern, damit die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen und unser Gesundheitssystem zu entlasten. Die Maßnahmen der vergangenen Wochen haben auch Wirkung gezeigt. Deshalb sind die aktuellen Lockerungen möglich. Wichtig ist jetzt natürlich, weiterhin aktiv dazu beizutragen, die Zahlen der Neuinfektionen so niedrig wie möglich zu halten. Mit den Beschränkungen durch das Virus werden wir noch eine längere Zeit zu tun haben, so schwer das auch ist.

Im Video des Bundesministeriums für Gesundheit wird der Hintergrund noch einmal anschaulich erklärt:

11. Schützt mich der Mundschutz vor einer Ansteckung?

Seit 27. April 2020 gilt in allen Bundesländern, ab dem 29. April auch in Schleswig-Holstein die Mundschutzpflicht. Fast überall ist sie auf Geschäfte und öffentliche Verkehrsmittel beschränkt. Wer sich nicht daran hält, muss mit Geldstrafen rechnen. Die Maßnahme dient wie alle anderen dazu, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Wichtig zu wissen ist, dass man mit den gängigen Community-Masken andere schützt und nicht selbst vor Ansteckung gefeit ist. Was eben dafür spricht, dass alle eine tragen an Orten, an denen man sich nicht gut an die empfohlene Abstandsregel halten kann. Es gibt auch Masken, die den Träger vor Ansteckung schützen, die allerdings sollten derzeit medizinischem Personal vorbehalten sein. Alle Informationen zu Mundschutz-Arten und den ausgesprochen wichtigen Trageregeln haben wir hier zusammengefasst.

Und hier wird die korrekte Verwendung im Video erklärt:

12. Sollte man beim Einkaufen Einmalhandschuhe tragen?

Einmalhandschuhe mögen dem Träger das Gefühl einer Sicherheit vermitteln, doch das ist trügerisch. Denn auf der Oberfläche der Handschuhe sammeln sich Krankheitserreger, mit denen man dann zum Beispiel beim An- und Ausziehen in Berührung kommt. Fasst man sich mit den Handschuhen ins Gesicht, können Viren außerdem durch eine Schmierinfektion übertragen werden. Als eine der wichtigsten und effektivsten Schutzmaßnahmen vor einer Ansteckung gilt deshalb immer noch das gründliche Händewaschen. Und das geht so:

13. Was hat es mit der Corona-App auf sich?

Die App soll dabei helfen, schnell und einfach zu erfahren, ob man Kontakt mit einer infizierten Person hatte. Dieses "contact tracing" (Nachverfolgung von Infektionsketten) könnte eine wichtige und effiziente Maßnahme darstellen. Wie dies unter Einhaltung der Datenschutzregeln stattfinden kann, war lange Streitthema bei Bund und Ländern. Am 26. April 2020 einigte man sich auf den Einsatz erstens auf freiwilliger Basis und zweitens mit einer dezentralen Datenspeicherung. Sprich, es werden nur Daten von Gerät zu Gerät bzw. von Nutzer zu Nutzer ausgetauscht - es findet keine zentrale Speicherung aller Daten an einem eigenen Ort statt. Die App soll bald bereitstehen, ein konkreter Termin wurde noch nicht genannt.

Solche Apps gibt es auch schon in anderen Ländern. Aus Australien wurde beispielsweise am 27. April gemeldet, dass die App schon am Starttag 2 Millionen Mal heruntergeladen wurde.

14. Gibt es eine Impfung gegen COVID-19?

Zurzeit steht noch kein Impfstoff zur Verfügung, der vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützt. Wann es so weit sein wird, ist bislang unklar. Weltweit arbeiten Wissenschaftler an der Entwicklung – auch in Deutschland ist die erste klinische Studie zur Prüfung eines Impfstoffs genehmigt worden. Das ist viel versprechend. Leider dauert es mehrere Monate, bis ein neuer Impfstoff ausreichend geprüft wurde, um ihn bei Erfolg großflächig einsetzen zu können. Hier ist Geduld angesagt. (Stand: 23.04.2020)

15. Gibt es Medikamente gegen COVID-19?

Eine Therapie gegen COVID-19 steht zum aktuellen Zeitpunkt der medizinischen Forschung nicht zur Verfügung: Behandlungen (zum Beispiel die Gabe von Schmerzmitteln) können bisher nur die Symptome mildern, jedoch nicht die Erkrankung heilen. Experimentelle Wirkstoffe und bereits zugelassene Medikamente werden in klinischen Studien auf ihren Einsatz gegen das Coronavirus untersucht. Auch hier ist eine sorgfältige und zeitaufwendige Prüfung nötig, um den Einsatz erlauben zu können. Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte lassen sich aber noch keine Aussagen zur Wirksamkeit eines Medikaments treffen.

16. Ist man nach einer durchgemachten Infektion immun?

Im Moment geht man davon aus, dass infizierte Personen nur ein geringes Risiko haben, ein zweites Mal an COVID-19 zu erkranken, weil sie Antikörper gegen das Virus bilden. Wie lange und wie robust diese Immunität ist, müssen Langzeitstudien erst noch zeigen.

Was es mit dem derzeit öfter gehörten Begriff "Herdenimmunität" auf sich hat, erklärt das Video:

17. Wie und wann kann man sich auf COVID-19 testen lassen?

Ob ein Test auf das Coronavirus sinnvoll ist, entscheiden Kliniken und Ärzte. Dem Verdacht auf eine Infektion wird zum Beispiel nachgegangen, wenn sich Symptome einer Atemwegserkrankung zeigen und Kontakt zu einer infizierten Person bestand, man einer Risikogruppe angehört oder einer ehrenamtlichen Tätigkeit nachgeht. Alle Infos rund um den Coronavirus-Test kann man hier beim Bundesministerium für Gesundheit nachlesen. Wie das Testverfahren abläuft, gibt es im Video zu sehen:

18. Wann muss man in Quarantäne und wozu dient sie?

Eine Quarantäne ist eine Maßnahme, die behördlich angeordnet wird. Personen, die Kontakt zu einem erkrankten oder im Labor bestätigten Coronavirusfall hatten, sollen sich für die maximale Länge der Inkubationszeit (14 Tage) isolieren. Das Gesundheitsamt erteilt hierzu genaue Anweisung. Bei einer Selbstquarantäne (Selbstisolation) handelt es sich um eine freiwillige Maßnahme: Hierbei soll man sich von anderen Personen fernhalten, während man zum Beispiel auf ein ausstehendes Testergebnis wartet oder wenn man aus dem Ausland nach Deutschland zurückgekehrt ist.

Eine Orientierungshilfe für den persönlichen Fall stellt das Robert Koch-Institut hier zur Verfügung.

19. Sollte man jetzt noch zum Arzt gehen oder kann man sich dort anstecken?

Um soziale Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren, sollte man unnötige Arztbesuche vermieden. Rezepte und Überweisungen werden deshalb per Post verschickt und Krankschreibungen bei leichten Atemwegsinfekten für bis zu sieben Tage im Anschluss an ein telefonisches Arztgespräch ausgestellt (bei Bedarf kann die telefonische Krankschreibung um weitere sieben Tage verlängert werden). (Stand: 20.04.2020)

Bei ernsthaften Beschwerden und für medizinisch notwendige Behandlungen chronisch Kranker sollte man aber weiterhin zum Arzt. Zur Minimierung des Ansteckungsrisikos wurden in vielen Praxen Hygienemaßnahmen ergriffen sowie Telefon- und Videosprechstunden eingerichtet. Auf keinen Fall sollte man unangemeldet in die Praxis kommen: Besser vorher anrufen und klären, ob ein Arztbesuch erforderlich ist und wie er in der aktuellen Situation am besten umgesetzt werden kann.

20. Wann darf man wieder verreisen?

Das Auswärtige Amt hat eine weltweite Reisewarnung für alle nicht notwendigen, touristischen Reisen verkündet. Das Bundesministerium für Gesundheit rät zudem auch von privaten Reisen innerhalb Deutschlands ab. Wie lange diese Warnung anhält, ist aktuell noch nicht abzusehen. Für bereits bestehende Buchungen sollte man Kontakt zu seinem Reiseveranstalter aufnehmen – Stornierungen sind zum Teil kostenfrei möglich.

21. Wie lange wird das alles noch dauern?

Der Wunsch nach Normalität ist groß, doch wie lange der Ausnahmezustand noch anhält, lässt sich noch nicht voraussagen. Die Bundesregierung berät regelmäßig mit Experten und passt ihre Empfehlungen zu den Einschränkungen des öffentlichen Lebens entsprechend an. Geduld ist weiterhin die wichtigste Tugend neben dem Gemeinsinn und der Vernunft.

Über verschiedene Perspektiven informiert die Wissenssendung "Quarks" hier im Video:

22. Wie erkennt man Fakenews und wo kann man sich verlässlich informieren?

Ob Verschwörungstheorien zum Ursprung des Virus oder Hausmittel, die angeblich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen: Im Internet, vor allem in den Sozialen Netzwerken, kursieren zahlreiche Falschmeldungen und Fotomontagen.

Wie man diese sogenannten "Fakenews" am besten erkennt, verrät die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hier.

Aktuelle und verlässliche Informationen erhalten Sie unter folgenden Adressen:

Aktuelle Nachrichten der Bundesregierung

Neueste Zahlen und Fakten des Robert Koch-Instituts

Allgemeine Informationen des Bundeministeriums für Gesundheit

Nützliches Wissen von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Informationsmaterial der Weltgesundheitsorganisation (WHO)

NDR-Podcast: Coronavirus-Update mit Virologe Christian Drosten

Autor: Viola Lex